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Sonntag, 16. August 2020

[Buchrezension] Slasher Girls & Monster Boys von April Genevieve Tucholke (Hrsg.)

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For fans of Stephen King, Neil Gaiman, Lois Duncan, and Daphne Du Maurier comes a powerhouse anthology featuring some of the best writers of YA thrillers and horror.

A host of the smartest young adult authors come together in this collection of scary stories and psychological thrillers curated by Between the Devil and the Deep Blue Sea's April Genevieve Tucholke.

Each story draws from a classic tale or two - sometimes of the horror genre, sometimes not - to inspire something new and fresh and terrifying. There are no superficial scares here; these are stories that will make you think, even as they keep you on the edge of your seat. From bloody horror to supernatural creatures to unsettling, all-too-possible realism, this collection has something for any listener looking for a thrill. (Quelle)

Slasher Girls & Monster Boys | April Genevieve Tucholke (Hrsg.) | Sprecher*innen: Robbie Daymond, Emma Bering, Nora Hunter, Jorjeana Marie, Julia Whelan, MacLeord Andrews | Spieldauer: 13 Std. 12 Min. | Ungekürztes Hörbuch | Anbieter: Listening Library | ♥♥♥♥♥

Donnerstag, 6. April 2017

[Rezension] Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist


Seit Loriot wissen wir, dass ein Leben ohne Mops sinnlos ist. Aber ohne Goethe? Das kommt ganz auf unser Bild von Goethe an, so der Tenor dieser so charmanten wie leichtfüßigen Besichtigung von Goethes Leben. Stefan Bollmann zeigt uns Deutschlands größten Dichter, wie wir ihn noch nicht kannten: mehr Zeitgenosse als Klassiker, nicht Meister, sondern Befreier. Sein Buch ist eine spielerische und äußerst lebenspraktische Initiation in die Gedankenwelt Goethes und viele seiner Werke – und eine Ermutigung dazu, dem Pfad der eigenen Kreativität zu folgen (Quelle).

Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist | Stefan Bollmann | Sachbuch, Biographie, Einzelband | Hardcover mit Schutzumschlag | 288 Seiten | DVA | ISBN: 978-3-421-04680-2 | ♥♥♥ Herzchen

Samstag, 12. Dezember 2015

[Buchrezension] Du bist das Gegenteil von allem von Carmen Rodrigues

Du bist das Gegenteil von allem  
Die 16-jährige Ellie hatte etwas Besonderes an sich. Etwas Dunkles, Charismatisches, Gebrochenes … Jetzt ist sie tot. Gestorben an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren jüngere Schwester Jess – und vierunddreißig Zettel von Ellie in einem Schuhkarton. Vierunddreißig Hinweise, die Ellie hinterlassen hat. Vierunddreißig Geheimnisse eines viel zu kurzen Lebens voller Schmerz. Auf der Suche nach dem Warum müssen sich Jake, Sarah und Jess nicht nur ihren eigenen Abgründen stellen, sondern auch dem, was Ellie so lange vor ihnen verborgen hat … (Quelle)


Du bist das Gegenteil von allem | Carmen Rodrigues | YA, Contemporary | cbt | ISBN: 978-3-570-16158-6 | Hardcover, 384 Seiten


Freitag, 13. November 2015

[Buchrezension] Joyland von Stephen King


Stephen  King - Joyland  
Stephen Kings Bestseller Der Anschlag – seine Zeitreise in die Sechzigerjahre – wurde von der Kritik einhellig in höchsten Tönen gelobt. In Joyland nun nimmt der Autor den Leser auf einen Trip in die Siebzigerjahre mit. Auf verhängnisvolle Weise kreuzen sich in einem kleinen Vergnügungspark die Wege eines untergetauchten Mörders und eines Kindes. Und mitten im sich überschlagenden Geschehen steht ein junger, unschuldiger Student und weiß: Irgendwann ist es mit der Unschuld vorbei. Irgendwann hört jeder Spaß auf.

Um sich sein Studium zu finanzieren, arbeitet Devin Jones während der Semesterferien im Vergnügungspark Joyland an der Küste von North Carolina. Drei Dinge sind es, die ihn im Laufe des Sommers 1973 vor allem beschäftigen: Seine große Liebe Wendy gibt ihm per Brief den Laufpass. In der Geisterbahn Horror House soll es spuken, nachdem dort ein Mädchen ermordet wurde. Und er fragt sich, welches Geheimnis sich wohl hinter der schönen jungen Frau mit ihrem behinderten Sohn verbirgt, an deren Strandvilla er jeden Tag vorbeikommt. Vom unbekümmerten Schaustellerleben in Joyland fasziniert, verlängert Devin seinen Aufenthalt. Mit seinen neugierigen Nachforschungen tritt er jedoch eine Lawine von Ereignissen los, bei denen es schließlich um Tod oder Leben geht ... (Quelle)

Joyland | Stephen King | Horror, Thriller | Heyne | ISBN: 978-3-453-26872-2 | Hardcover, 352 Seiten

Meine Meinung: Stephen King ist der Meister, das hört man nicht nur ständig, das glaubt man nach unglaublichen tollen Büchern, die man gelesen hat auch. Es ist eine Tatsache. Dass der Meister meisterhaft schreibt, ist wohl klar. Dies ist auch der Fall mit diesem Buch, allerdings nur bedingt.

Das Setting wird wie ein Bild vor dem Leser ausgebreitet. Der Freizeitpark und die 70er Jahre sind so präsent, dass wir das Gefühl bekommen, live dabei zu sein. Obwohl ich die Beschreibungen wirklich gerne gelesen habe, sind sie mir an manchen Stellen zu viel, zu unwichtig. Dieses durchdringende Gruselige, das Mysteriöse, das hinter der Fasade lauert, wie wir sie aus Kings früheren Werken kennen, scheint hier nicht durch. Dadurch fehlt dem Buch Tiefe und der Charme, dem man von King bereits gewohnt ist.

Auch die Charaktere sind nicht dreidimensional, jedenfalls nicht so, wie die aus anderen Büchern. Sie sind gut, glaubwürdig, aber nicht so lebhaft. Es fehlt ihnen an Seele, wenn man so will, was schade ist, da Stephen Kings Bücher ihre Wirkung zum Teil durch ihre Charaktere entfalten. Man denke nur an Carrie, Sie und Shining.
Bei dem Protagonisten hier, Devin Jones, ist der Autor zu sicher gegangen. Devin ist zu sehr Held, der sich von Stolpersteinen überhaupt nicht aufhalten lässt, der keine "richtigen" Kratzer abbekommt. Als Leser hat man das Gefühl mit einem Stereotypen zu tun zu haben. Er scheint zu glatt zu sein, sodass eine Identifikation mit ihm kaum stattfindet, man hasst ihn zwar auch nicht, aber für einen Hauptcharakter reicht das meiner Meinung nach auch nicht aus.

Trotz der flüssigen Schreibweise habe ich ziemlich lange für das Buch gebraucht. Das liegt daran, dass die Aktion nicht wirklich starten möchte. Wenn mal etwas passiert, sehr statisch und der Ausgang wird irgendwann auch ziemlich vorhersehbar. Leider kommt dadurch Langatmigkeit auf.

Bewertung: Es kommt immer wieder vor, das Autoren, dass man Autoren, von denen wir Höchstleistungen gewohnt sind, strenger bewertet. Als treue Leserin werde ich auch weiterhin Stephen Kings Bücher lesen, allerdings hoffe ich, dass sie nicht wie dieses nach einem bekannten Schema ablaufen. Für dieses Buch vergebe ich ♥♥♥ durchschnittliche Herzen.


Autorin: Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag. Die letzte Veröffentlichung war der Bestsellerroman Finderlohn. Im Januar 2016 erscheint die neue Erzählsammlung Basar der bösen Träume. (Quelle)


Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares möchte ich mich bei Heyne bedanken!

Donnerstag, 10. September 2015

[Buchrezension] Dangerous Girls von Abigail Haas


Dangerous Girls 
It’s Spring Break of senior year. Anna, her boyfriend Tate, her best friend Elise, and a few other close friends are off to a debaucherous trip to Aruba that promises to be the time of their lives. But when Elise is found brutally murdered, Anna finds herself trapped in a foreign country, fighting against unthinkable accusations. As Anna sets out to find her friend’s killer, she discovers hard truths about her friendships, the slippery nature of truth, and the ache of young love.
As she awaits the judge’s decree, it becomes clear that everyone around her thinks she is not just guilty, but dangerous. When the truth comes out, it is more shocking than you could ever imagine…

Dangerous Girls | Abigail Haas | YA, Contemporary, Mystery | Simon Pulse | ISBN: 978-1442486607 | Taschenbuch, 400 Seiten 


Meine Meinung: Wo war nur dieses Buch all die Jahre lang, als ich nach guten Jugend-Mystery-Mindexploision-Thrillern gesucht habe? Wo war die Autorin? Und wieso schreibt sie nicht noch mehr solcher Bücher? Wieso mag ich das Cover so sehr, das so gut zum Buch passt? (okay, die letzte Frage ist ein Joke, der sich bereits innerhalb der Frage beantwortet)

Dieses Buch ist verzwickt und verdammt spannend! Als Leser wird man sofort in die Gedankenwelt der Protagonistin, die als Ich-Erzählerin berichtet, hineingeworfen. Die Protagonistin Anna sitzt in der Gegenwart der Erzählzeit im Untersuchungshaft und durch ihre Erinnerungen und durch "Beweismaterial" werden wir als Leser an die Geschehnisse herangeführt. So lernen wir auch die verstorbene Elise und die Freundschaft der beiden Mädchen kennen.

Anna ist eine vermittelnde Protagonistin, die man weder leiden noch hassen kann. Sie ist angenehm und nervt nicht, sie reagiert so, wie man es höchstwahrscheinlich in der Situation selber tun würde. Bis zum Schluss konnte ich nicht wirklich eine Verbindung zu ihr aufbauen, allerdings hat mich ihr Schicksal gepackt und ich musste wissen, wie es weitergeht.

Was hätte ich gegeben, um ein paar Kapitel aus Elises Sicht zu lesen? Sie erinnert etwas an Alison aus Pretty Little Liars, auch wenn sie nicht so krass manipulativ ist. 
Die anderen Charaktere haben zwar ihren Teil zur Geschichte beigetragen, allerdings hätte mir die Andeutung von ein wenig mehr Tiefe noch besser gefallen. Ich habe zwar meine Theorien zu einigen von ihnen, diese könnten aber auch nur meine Hirngespinste sein …

Mann ist das Buch spannend! Wie gesagt, die ziemlich komplexe Handlung hat mir wirklich gut gefallen! Ab ca. 25% des Buches wusste ich zwar, wer Elise umgebracht hat, aber durch die vielen falschen Fährten und Wendungen, die, die Autorin legt, habe ich ab und zu an mir gezweifelt. 

Dieses Ende. Es ist krass und hammer. Glaubt mir, die letzten paar Seiten, das sind die besten im ganzen Buch.

Abigail Haas schreibt sehr flüssig und metaphorisch, ohne Personen- und Ortbeschreibungen auszuschlachten. Ihre Schreibart erinnert an beinahe poetisch angehauchte, ruhige Bücher, unter deren Oberfläche es brodelt.

Bewertung: Es ist mehr als untertrieben, wenn ich sage, dass ich das Buch wirklich, wirklich geliebt habe. Nur noch eine winzige Prise Tiefe bei den Nebencharakteren hat mir gefehlt, daher ♥♥♥♥,♥ Herzchen und ein Jahresfavorit.

Autorin: Abigail Haas has written two adult novels and four young adult contemporary novels under the name Abby McDonald. Dangerous Girls is her first young adult thriller. She grew up in Sussex, England, and studied Politics, Philosophy & Economics at Oxford University. She lives in Los Angeles. (Quelle)

Mittwoch, 12. August 2015

[Buchrezension] Lois Lane – Fall out von Gwenda Bond


Lois Lane by Gwenda Bond
Lois Lane is starting a new life in Metropolis. An Army brat, Lois has lived all over—and seen all kinds of things. (Some of them defy explanation, like the near-disaster she witnessed in Kansas in the middle of one night.) But now her family is putting down roots in the big city, and Lois is determined to fit in. Stay quiet. Fly straight. As soon as she steps into her new high school, though, she can see it won’t be that easy. A group known as the Warheads is making life miserable for another girl at school. They’re messing with her mind, somehow, via the high-tech immersive videogame they all play. Not cool. Armed with her wit and her new snazzy job as a reporter, Lois has her sights set on solving this mystery. But sometimes it’s all a bit much. Thank goodness for her maybe-more-than-a friend, a guy she knows only by his screenname, SmallvilleGuy.

Lois Lane – Fall out | Gwenda Bond | YA, Contemporary | Switch Press | ISBN: 9781630790059 | eBook, 304 Seiten

Meine Meinung: Wisst ihr, ich habe Superman schon immer geliebt. Den nerdigen Muskelpaket, der sich als Clark Kent maskiert und dessen Schwäche Kryptonit ist. Seine Freundin Lois Lane hingegen … mit ihr habe ich eine ambivalente Beziehung. Entweder wird sie als nervige, sehr hübsche Tussi dagestellt, die sich in dampfenden Kuhdung hineinreitet und dann von Superman gerettet werden muss. Oder sie ist einfach nur mega hohl und reitet sich in dampfenden Kuhdung hinein und schmeißt sich Superman/Clark Kent um den Hals und muss von diesem gerettet werden. 

Ab und zu gibt es auch die coole Lois, die eine sehr feine Spürnase hat und Superman in nichts nach steht. Diese mag ich sehr gern und um diese Version handelt es sich auch bei Lois Lane – Fall out. Ich mochte sie, obwohl das Mädchen null Selbsterhaltungstrieb hat und ich das nicht so ganz verstehe. Wie sie mit ihren Freunden, ihrer Familie und mit dem Leben umgeht, hat mir sehr gut gefallen. Außerdem bewundere ich ihre Gewieftheit bezüglich ihres Erfindungsreichtums von "Wie komme ich aus dieser Mist-Situation raus?".

Mein Lieblingsnebencharakter ist Lucy, die Schwester von Lois. Das Kind ist einfach genial (und erinnert mich an meinen Bruder, der überhaupt nicht weiblich ist, aber diese gewisse Art von Badassness besitzt). Die anderen Charaktere werden nicht ganz so sehr durchleuchtet. Allerdings erfüllen sie ihre unterstütztende Rolle, nerven nicht und sorgen für einige heitere Augenblicke.

Wer eine Liebesgeschichte mit Herzschmerz und wilden Rumknutsch-Aktionen erwartet, der ist hier falsch. Es gibt zwar eine winzig-mini-kleine Liebessache (ja, ich habe "Sache" gesagt), doch die läuft eher im Hintergrund ab. Sie spielt sich auch ganz anders ab, als man es gewohnt ist. Seid also gespannt und lest das Buch ☺

Die Spannung ist immer vorhanden, wobei sie manchmal abflacht und es zu einigen Längen kommt, die nötig sind, um Vorgänge zu erklären. Dennoch hätte man dies vielleicht anders lösen können, indem man Info mit Handlung verbindet. Das ist aber auch das Einzige, das ich anmäkele.

Bewertung: Kennt ihr Veronica Mars? Wenn nein, solltet ihr sie kennenlernen, falls ihr auf coole, starke Frauenfiguren steht, die keinen Typen brauchen um 1. glücklich zu sein und 2. gerettet zu werden. Die Lois Lane von Gwenda Bond erinnert an die unaufhaltbare Ur-Lois Lane aus den Comicbuch-Zeiten. Aufgrund den wenigen kurzen Längen, die dennoch den Lesespaß etwas gehemmt haben, ♥♥♥♥,♥ Herzchen. Am liebsten würde ich gleich weiterlesen, um zu erfahren, wie es mit Lois weitergeht …

Übrigens, in diesem Buch geht es nicht um Superman. Nur, dass ihr das wisst und nicht mit falschen Erwartungen an das Buch herangeht.

Autorin: Gwenda Bond writes books for young adults and possibly escaped from a classic screwball comedy. Her latest novels are LOIS LANE: FALLOUT and GIRL ON A WIRE. She's currently hard at work on a new novel set in the Cirque American (as well as mysterious, secret projects she can't talk about yet). Her previous novels include THE WOKEN GODS and BLACKWOOD.

She has also written for Publishers Weekly, the Los Angeles Times, Locus Magazine, and the Washington Post, among others. She has an MFA in Writing from the Vermont College of Fine Arts, and lives in a hundred-year-old house in Lexington, Kentucky, with her husband, author Christopher Rowe, and their menagerie. Visit her online at www.gwendabond.com or @gwenda on twitter.
(Quelle)


Sonntag, 9. August 2015

[Buchrezension] Kein Gipfel zu hoch von Jordan Romero und Linda LeBlanc

Kein Gipfel zu hoch

Wie ich die höchsten Berge aller Kontinente bezwang
Einmal ganz hoch hinaus und die Welt aus einer anderen Perspektive sehen – das ist Jordan Romeros Traum. Schon mit 10 Jahren nimmt er sich vor, alle Seven Summits zu bezwingen – die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente. Kein Gipfel ist ihm zu schwierig, zu gefährlich, zu hoch. Aufgeben, das kennt Jordan nicht. Mit der Hilfe seines Vaters und seiner Stiefmutter bricht er einen Rekord nach dem anderen und wird zu einer Inspiration für andere. In diesem Buch erzählt der heute 17-Jährige, wie ihn nie der Mut verlassen hat, und nimmt den Leser mit auf eine beeindruckende Reise.


Kein Gipfel zu hoch | Jordan Romero, Linda LeBlanc | YA, Abenteuer, Contemporary | cbj | ISBN: 978-3-570-15997-2 | Hardcover, 416 Seiten

 
Meine Meinung: Gibt es etwas Tolleres als Abenteuer? Wenn man keine Abenteuer erleben kann oder will, aufgrund von was auch immer, sind Abenteuerromane oder -erzählungen eine sehr gute Alternative. Man fiebert, staunt und bangt mit. Umso ergreifender wird es, wenn es sich bei der Erzählung tatsächlich um wahre Begebenheiten handelt. 

Bergsteigen hört sich wie etwas an, das ich zwar interessant finde, was ich mir aber eher nicht geben würde, um ehrlich zu sein. Dennoch war ich auf das Buch total neugierig, da ich von Jordan Romero schon mal gehört habe, als sich ein paar Freunde von mir unterhalten haben. Sie haben ihn für seinen Mut, seine Zielstrebigkeit und sein Können bewundert. Das tue ich auch, obwohl ich beim Lesen ziemlich das Gefühl hatte, dass sich das Buch eher wie eine kleine Lobpreisung anhört. Ich weiß nicht, wie das Buch auf ein jüngeres Publikum wirkt, die kleinen Egotrips, die der Erzähler manchmal hat, haben die Geschichte ziemlich zäh gemacht. 

Der Schreibstil ist angenehm schlicht und klar. Dadurch kommt man beim Lesen sehr schnell voran. Manchmal war mir der Schreibstil zu sachlich, ich habe mir mehr Emotionen erhofft, wenn man berücksichtigt, dass ein Kind (!) einfach mal so sich entschließt die höchsten Berge der Welt zu besteigen. Der Adrenalinkick, den man dabei haben muss, dieser innere Drang, den man spüren muss, um so viel auf sich zu nehmen, kam leider bei mir nicht an. Allerdings könnten jüngere Leser dies anders aufnehmen.

Beim kritischen Lesen fiel mir auf, dass Jordans Körper möglicherweise nicht für die Belastung einer so anspruchsvollen Bergbesteigung nicht gerade geeignet ist. Ganz zu schweigen von den anderen Gefahren, die ein solches Unternehmen mit sich bringen kann.

Bewertung:Vielleicht habe ich von diesem Buch zu viel erwartet, aber leider kam die Begeisterung um den jungen Jordan Romero nicht bei mir an. Einen kleinen Einblick in die Welt der Berge und ihrer Bezwinger bekommt man zwar, jedoch bleiben die Emotionen oft auf der Strecke. Leider zu sachlich, ohne kritisch zu hinterfragen, hier hätte man sicher auch eine andere Lösung finden können. Ich habe das Gefühl, dass das Buch gleichzeitig versucht jüngere Leser anzusprechen, dies auf einer sehr "erwachsenen" Art, wodurch es sich stellenweise zäh lesen lässt, somit ♥♥♥ Herzchen.


Autorin: Im Alter von 13 Jahren erklomm Jordan Romero als jüngster Bergsteiger den Mount Everest, mit 15 bezwang er bereits den jeweils höchsten Berg aller sieben Kontinente. Sein nächstes Ziel sind die jeweils höchsten Berge der 50 amerikanischen Bundesstaaten, die er zusammen mit Kindern und Familien im Rahmen der „Find-your-Everest-Tour“ besteigen will. Sich im Freien aufzuhalten, fit zu bleiben, Zeit mit der Familie zu verbringen und sich Ziele zu setzen – das ist es, was Jordan an andere weitergeben möchte. (Quelle)



Mein Dank gilt an den cbj-Verlag, der so freundlich war und mir das Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt hat!

Donnerstag, 23. Juli 2015

[Buchrezension] Shotgun Lovesongs von Nickolas Butler

Nickolas  Butler - Shotgun Lovesongs 

Fünf Freunde aus einer Kleinstadt im Norden der USA. Durchs Schicksal auseinandergetrieben, lebt in allen die Sehnsucht nach der Nähe, die sie einst verband. Ein sentimentaler, kraftvoller Roman, der vielstimmig von den großen Themen Freundschaft, Heimat und Liebe erzählt.


Shotgun Lovesongs | Nickolas Butler | Contemporary | Heyne | ISBN: 978-3-453-43782-1  | Taschenbuch,  432 Seiten


Erster Satz: Wir alle luden ihn zu unseren Hochzeiten ein.

Meine Meinung: Manchmal muss es ein ruhiges Buch sein, das über das echte Leben berichtet (wenn man von "echt" reden kann bei fiktiven Geschichten). Dieses Buch ist herzzerreißend, um es von Anfang an klar zu stellen. Es berichtet über Freundschaft, Liebe, das Leben in der Großstadt und das in einer Kleinstadt. Die Situationen die geschildert werden, sind mal traurig, dann wieder lustig und fast immer identifizierbar. 

Hauptsächlich geht es um die Freunde Henry, Beth, Ronny, Kip und Lee, die in Wisconsin in der Kleinstadt Little Wing gemeinsam aufgewachsen sind und die vom Leben in unterschiedliche Richtungen verstreut wurden.
Obwohl alle genannten Charaktere sehr interessant erscheinen, hat man als Leser aufgrund der Personendichte und den vergleichbar wenigen Seiten, nicht sehr viel Zeit, um sie wirklich alle kennen- und liebenzulernen. Dennoch sind mir keine Charaktere negativ aufgefallen. Ich mochte lediglich manche mehr, als andere, allerdings ist das oft der Fall, wenn es mehrere Protagonisten in einem Buch sind.

Das Setting ist sehr ausführlich dargestellt, aber nicht langatmig oder langweilig. Das mag daran liegen, dass der Autor selbst in Wisconsin aufgewachsen ist. Hier ist eine kleine Lesung von ihm, in der er aus dem Buch liest und Wisconsin beschreibt. Wie kann man da nicht Lust auf diesen Ort bekommen?

Nickolas Butler schreibt poetisch und fassbar. Er hat eine schöne Art, Dinge zu beschreiben, ohne den Leser mit Metaphern zu nerven. Es mag sich kitschig anhören, aber seine Wörter sind wie das Knistern eines Kaminfeuers im Winter (in Wisconsin, jaha, ich war noch nie da, aber so stelle ich es mir vor).

Bewertung:  Kennt ihr das, wenn ihr eine Pause von eurem Leben braucht und gerne in das einer anderen Person eintauchen wollt? Ihr wollt nicht fremde Welten mit magischen Wesen sehen, sondern einfach nur das Leben eines Fremden. Dieses Buch ist ein unglaublich "echtes" Buch, das durch seine Authentizität überzeugt und Lust auf ein Wiedersehen mit alten Freunden macht. Ich habe absolut nichts anzumäkeln, daher ♥♥♥♥♥ Herzchen.


Autorin: Nickolas Butler, geboren 1979 in Allentown, Pennsylvania, wuchs in Eau Claire, Wisconsin auf. Er studierte an der University of Wisconsin und beim University of Iowa Writers' Workshop. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.(Quelle)

Nickolas Butler

© Olive Juice Studios

Vielen Dank an den Heyne-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!

Mittwoch, 22. Juli 2015

[Buchrezension] Königsschwur von Joe Abercrombie

Joe  Abercrombie - Königsschwur
Ein düsteres Reich, ein verstoßener Prinz und eine gefährliche Mission – Königsschwur hat alles, was ein spannendes Fantasy-Epos braucht
Prinz Yarvi von Gettland ist ein Krüppel, ein Schwächling, ein Niemand. Mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren und von seinem Vater verachtet, muss er sich mit einem bedeutungslosen Diplomatenposten zufriedengeben. Als sein Vater und sein Bruder eines Tages brutal ermordet werden, überwindet Yarvi seine Schwäche und besteigt den Schwarzen Thron von Gettland. Und er legt einen Eid ab: denjenigen, der seine Familie getötet hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen! Doch dann wird Yarvi von seinen engsten Vertrauten verraten ...

Königsschwur | Joe Abercrombie | High Fantasy | Heyne | ISBN: 978-3-453-31599-0 | Klappenbroschur, 368 Seiten

Erster Satz: Ein eisiger Wind blies in jener Nacht, als Yavri erfuhr, dass er König war.

Meine Meinung: Die Beschreibung des Buches hört sich genauso an, wie ich meine Bücher gerne mag. Dunkel, mit manipulativen Charakteren und Fantasy. Schon nach seinem Erscheinen stand das Buch auf meiner Wunsch- und Leseliste. Ich habe das Buch auch innerhalb weniger Tage fertiggelesen. Allerdings war es ein beschwerlicher Weg. 

Das Buch wird aus der personalen Erzählperspektive im Präteritum von Yavri erzählt, dem halben Prinzen, der zum halben König wird, da ihm die Hälfte seiner Hand fehlt. Yavri ist einer dieser Charaktere, die dreidimensional wirken sollen, aber ihre vermeintlichen Ecken und Kanten machen sie nur noch perfekter. Von Yavris Prinzdasein bis hin zu seiner Sklavenzeit macht er eine Entwicklung durch, in der er immer perfekter wird, bis ganz zum Schluss. Leider konnte ich mich überhaupt nicht mit ihm identifizieren und er hat mich die meiste Zeit über genervt. 

Als Leser wird man sofort in das Geschehen geworfen. Anhand von Yavris Gedanken und den Dialogen zwischen den Charakteren wird der Leser langsam in das Setting eingeführt. Zum Teil ist die Einführung dennoch etwas langatmig, da man sehr viele Informationen in sehr kurzer Zeit bekommt, sodass man sich erst einmal sortieren muss. Trotz den vielen Informationen werden einige Dinge nicht aufgeklärt, sondern nur nebenbei genannt. Ich vermute, dass im nächsten Band diese Ansätze aufgenommen und weiter ausgeführt werden können. 

Die Nebencharaktere sind wie zu oft interessanter als der Protagonist. Daher fand ich es schade, dass der Leser nur Häppchen von ihnen zu sehen bekommt. Aber ein Wiedersehen könnte wohl möglich sein. Jedenfalls hoffe ich das.

Bei High Fantasy gehören epische Kämpfe und nervenzerreißende Spannung einfach dazu. Durch die Durchschaubarkeit von vielen Wenden und Plotelementen, war ich nicht oft überrascht. Zudem kommt noch dazu, dass viele der Kämpfe eher unrealistisch ablaufen oder für mich nicht nachvollziehbar sind, weshalb ich kaum mitfiebern konnte.

Der Schreibstil ist nicht sehr metaphenreich und eher ziemlich klar und zielorientiert. Schade eigentlich, da dadurch das Setting im Hintergrund bleibt und der Leser sich seine Umwelt nicht besonders gut vorstellen kann.

Bewertung: Ein solides High Fantasy Buch, gerade für Einsteiger in dieses Genre geeignet. Für ältere Fantasy-Hasen bietet das Buch leider keine neuen Entdeckungen, weshalb sie schon auch auf der Strecke bleiben könnten. Dennoch ein gutes ♥♥♥ Herzchen-Buch, das man lesen kann und das auf eine Verbesserung im Folgeband hoffen lässt.


Herzlichen Dank an den Heyne Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!


Autorin: Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen Romanen um den Barbaren, den Inquisitor und den Magier hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schaffte es bereits mehrmals auf die Times-Bestsellerliste. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath. (Quelle)



Joe Abercrombie
© Lou Abercrombie

Freitag, 29. Mai 2015

[Buchrezension] Love Letters to the Dead von Ava Dellaira



Love Letters to the Dead 
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

 
Love Letters to the Dead | Ava Dellaira | YA, Contemporary| CBT | ISBN: 978-3-570-16314-6 | Hardcover, 416 Seiten | Einzelband




Erster Satz: Lieber Kurt Cobain, wir haben gerade Englisch und sollen einen Brief an eine berühmte Persönlichkeit schreiben, die schon verstorben ist.

Meine Meinung: Die Idee es Brief-/Tagebuchromans, in welchem die Protagonistin durch Briefe an verstorbene Berühmtheiten, den Tod einer geliebten Person verarbeitet, finde ich klasse. Das Buch erinnerte mich schon vor dem Lesen an "The Perks of beeing a Wallflower" (dt. Vielleicht lieber Morgen) und spätestens bei der Danksagung der Autorin, wird es klar, dass sie sich von Chbosky mentoren lassen hat. Daher wundert es auch nicht, dass neben der offensichtlichen Ähnlichkeit eines Brief-Trauma-Erwachsenwerden-Romans auch andere Dinge ziemlich gleich sind.

Zum einen ist da die Protagonistin, die unsicher ist, keine Freunde hat und in einer schweren Situation steckt, nicht alleine rauskommt, aber von niemandem verstanden wird. Sie ist merkwürdig und hat Eigenarten, die ich nicht immer nachvollziehen konnte (was ich bei Charlie, dem Protagonist aus Chboskys Roman konnte, da seine Handlungen begründet wurden). Die Protagonistin ist sehr naiv und ihre "Stimme", die den Leser durch das Buch begleitet ist ziemlich oberflächlich. Sie hat all diese Emotionen, allerdings suhlt sie sich förmlich in ihnen und entwickelt sich nur sehr, sehr langsam.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach gehalten, wodurch die Stimme der Prota extrem naiv, wenn nicht sogar unreif wirkt. Manchmal hatte ich das Gefühl das Tagebuch einer 12-Jährigen zu lesen. Sprich: ziemlich viel Bla-bla. Einige ihrer Wünsche und Gedanken sind niedlich und andere ziemlich kindisch (was okay ist, aber nachdem man so etwas zehnmal gelesen hat, verliert man auch die Lust daran), dann wird sie plötzlich total philosophisch und altklug. 
Diese Art des Schreibens hat mich verwirrt und hat mich dem Charakter leider überhaupt nicht näher gebracht.

Die Briefe. Auf die war ich sehr gespannt, da viele der Stars auch einige meiner Lieblinge sind. Ich habe mir nicht erhofft, mehr von den Personen zu erfahren oder so etwas. Allerdings habe ich gehofft, dass die Prota irgendwelche Verbindungen zu den Personen haben würde, die nicht so oberflächlich waren. Ihre Schwester mochte Kurt Cobain, deshalb schreibt sie ihm. Ende. Dann schreibt sie irgendjemanden, den sie "nur" cool findet. Ende.
Da hatte die Folge, dass die Briefidee mich sehr schnell genervt hat. Hier und da waren sie zwar interessant, aber wieso fängt sie plötzlich an, über ihr Loveinteresst zu schwärmen, wenn sie doch eigentlich in tiefster Trauer steckt?

Bewertung: Dem Buch fehlen die wahren Emotionen, um es zusammenzufassen. Es heißt immer, dass die Prota traurig ist und leidet, was sie auch ab und zu in schön gekleidete Phrasen hüllt, aber leider haben diese mich nie erreicht. Das mag daran liegen, dass das Buch sehr viel erzählt und wenig zeigt. Show, don't tell, lautet die alte Schriftstellerweisheit. Manche Leser mögen diese Art des Geschichtenerzählens, sie funktioniert bei mir leider nicht, daher ♥♥♥ Herzchen.


Autorin: Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman. (Quelle)


Vielen Dank an den cbt-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!


Donnerstag, 28. Mai 2015

[Buchrezension] Schnee wie Asche von Sara Raasch

Sara  Raasch - Schnee wie Asche
Sechzehn Jahre sind vergangen, seit das Königreich Winter in Schutt und Asche gelegt und seine Einwohner versklavt wurden. Sechzehn Jahre, seit die verwaiste Meira gemeinsam mit sieben Winterianern im Exil lebt, mit nur einem Ziel vor Augen: die Magie und die Macht von Winter zurückzuerobern. Täglich trainiert sie dafür mit ihrem besten Freund Mather, dem zukünftigen König von Winter, den sie verzweifelt liebt. Als Meira Gerüchte über ein verloren geglaubtes Medaillon hört, das die Magie von Winter wiederherstellen könnte, verlässt sie den Schutz der Exilanten, um auf eigene Faust nach dem Medaillon zu suchen. Dabei gerät sie in einen Strudel unkontrollierbarer Mächte …



Schnee wie Asche | Sara Raasch | YA, High Fantasy | cbt | ISBN: 978-3-570-30969-8 | Klappenbroschur, 464 Seiten

Erster Satz: "BLOCKEN!"

Meine Meinung: Die Geschichte fängt sehr actionreich an, der Leser bekommt einen kleinen Vorgeschmack auf das Setting, die Charaktere und die Handlung. Gerade die Einführung der Charaktere und die der Vorgeschichte ist sehr gelungen. Bei High Fantasy kann Infodump zu Verdruss und Unverständlichkeit Seiten des Lesers führen. Hier ist dies nicht der Fall. 

Meira ist die Protagonistin, aus deren Sicht erzählt wird. Anders als viele andere Heldinnen in Jugendbüchern ist sie ziemlich feurig und weiß, was sie will. Sie ist selbstbewusst, weiß sich zu verteidigen und setzt ihren Kopf durch, wobei sie sich oft von ihrem Temperament lenken lässt. Obwohl ich Meira immer mochte, hat sie mich ab und zu aufgeregt. Temperamentvoll ist sie, aber ab und zu kamen andere Charaktereigenschaften dazu, die sie sehr kindisch erscheinen ließen. Da Meira im Exil aufwachsen musste und früh erwachsen und reif werden musste, sind diese "Aussetzer" nicht sehr glaubhaft. Sie werfen immer nur die Handlung zurück und nerven den Leser. Gegen Ende des Buches macht sie dann doch eine Charakterentwicklung durch, das freut mich im Hinblick auf den zweiten Band.

Die anderen Charaktere, so interessant sie auch zu sein scheinen, werden nicht sehr genau mit dem Leser bekannt gemacht. Dadurch wirken sie eher zweidimensional und uninteressant. Leider gehört der Kindheitsfreund von Meira dazu, der auch ein Love-Interesst ist. Man muss sich ziemlich viel selber erraten, da die Charaktere nicht immer gelungen miteinander interagieren.
Zwei Ausnahmen gibt es jedoch. Diese sind zum einen der Meiras Mentor Sir und ein Prinz aus einem der Königreiche. Die Beziehung zwischen Meira und Sir, ihre gegenseitige Freundschaft und ihr inniges Vertrauen erinnert an eine Vater-Tochter-Beziehung. Wenn sie sich dann zoffen und dennoch in den richtigen Augenblicken zueinanderfinden, muss man schon mal seufzen und sich mitfreuen.
Der Prinz ist ein guter Kerl und wirkt sehr interessant, wobei auch ihm die richtige Reife fehlt. Einige seiner Handlungen sind für mich sehr egoistisch, wenn man beachtet, dass er die Last eines ganzen Königreiches auf den Schultern trägt. Dennoch mochte ich auch hier die Beziehung zwischen Meira und ihm, die sich langsam zu einer Freundschaft (und vielleicht auch mehr?) entwickelt.

Mein Highlight und gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt ist das Setting. Es gibt acht Königreiche, vier Jahreszeiten- und vier Rhythmuskönigreiche. In den Jahreszeiten (Sommer, Herbst, Winter, Frühling) herrschen immer die gleichen Jahreszeiten. In diesen Königreichen gibt es auch magische Artefakte, die der Monarch des jeweiligen Reiches mit besonderen Kräften auszeichnet, die er wiederum an sein Volk abgeben kann, wenn auch nur teilweise. 
Meiras Königreich ist Winter, es wurde von Frühling angegriffen, die Bevölkerung Winters wurden in Arbeitslager in Frühling gesteckt und Meira und einige andere Exilanten versuchen diesen Zustand, zu ändern.
Eine sehr innovative Idee, die mich entfernt an Das Lied von Eis und Feuer erinnert. Leider nur schlechter. Die Königreiche unterscheiden sich kaum voneinander. Klar, es gibt die Flora und Fauna, die anders ist. Außerdem sehen die Menschen unterschiedlich aus, aber wo bleibt die Kultur der Königreiche? Kultur ist ein weiter Begriff, das weiß ich, allerdings hätte man mehr Setting relevante Infos hineinstreuen können, damit der Leser sich eher in diese Welt hineinfühlen kann.

Bewertung: Die Schreibweise der Autorin ist wirklich sehr angenehm, wodurch man das Buch schnell ausliest. Obwohl es ein ziemlich guter Start für eine Trilogie ist, fehlt mir noch das gewisse Etwas, wodurch es von anderen High Fantasy Jugendromanen herausstechen kann. Dennoch hoffe ich, dass in Band zwei mehr an Informationen hinzukommen und die Handlung an Substanz gewinnt. Denn die ganzen Wendungen, die hier vorkommen, sind sehr leicht zu durchschauen. Dies hemmt leider auch die Spannung und damit gebe ich Schnee wie Asche ♥♥♥,♥ Herzchen.


Autorin: Sara Raasch wusste schon mit fünf Jahren, dass sie für die Bücherwelt bestimmt war. Während ihre Freunde Limonade verkauften, brachte sie ihre handgemalten Bilderbücher an den Mann. Seit damals hat sich nicht viel geändert. Ihre Freunde sehen sie immer noch besorgt an, wenn sie versucht, etwas zu malen, und ihre Begeisterung für das geschriebene Wort verleitet sie oft dazu, etwas Tollkühnes zu tun. Dies ist ihr erster Roman. Er enthält ausdrücklich keine handgemalten Bilder. (Quelle)

Sara Raasch

© Michelle D. Argyle

Sonntag, 3. Mai 2015

[Buchrezension] Traumlieder I von George R. R. Martin

George R.R.  Martin - TraumliederDass George R. R. Martin einer der erfolgreichsten Fantasy- Autoren aller Zeiten ist, steht außer Frage. Dass er noch viel mehr kann, beweist er in seinen beiden Erzählbänden Traumlieder, deren Vielseitigkeit Fantasy- und Science-Fiction-Fans jeder Generation begeistern wird: Das Porträt eines Mannes, der allmählich dem Wahnsinn verfällt, oder das unheimliche Schicksal eines Autors, dessen Selbstbezogenheit ihm zum Verhängnis wird, sind nur zwei der Geschichten dieser einzigartigen Storysammlungen. Ob Werwölfe, Magier, das ganz normale Grauen nebenan oder das Weltall: George R. R. Martin versteht es, seine Leser zu fesseln wie kein anderer. Die beiden Erzählbände vereinen erstmals die wichtigsten seiner vielfach ausgezeichneten Kurzgeschichten. 

Traumlieder I | George R. R. Martin | Fantasy, Horror, Science Fiction | Heyne | ISBN: 978-3-453-31611-9 | Klappenbroschur, 544 Seiten 
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Meine Meinung:  George R. R. Martin ist einer meiner Lieblingsschriftsteller. Ich liebe seine Reihe "Das Lied von Eis und Feuer", obwohl er mich immer wieder an den Rand des Wahnsinns treibt, weil er 1. nicht schnell genug schreibt und Folgebände veröffentlicht und 2. weil er die Angewohnheit hat, immer meine Lieblingscharaktere abzuschlachten.

Jedenfalls war ich sehr gespannt auf dieses Buch, welches insgesamt dreizehn Kurzgeschichten beinhaltet. Viele seiner Kurzgeschichten werden nicht nur von Fans, sondern auch von Kritikern gelobt und mit Preisen ausgezeichnet.

Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt:
  • Ein Vierfarb-Fanboy enthält Martins erste Kurzgeschichten, die sich auch in ihrer Qualität auszeichnen, muss ich sagen. Sie sind nicht schlecht, aber beweisen dennoch, dass kein Meister jemals vom Himmel gefallen ist.
  • Der schmutzige Profi hat mich schon mit seinem Titel überzeugt und auf die Geschichten neugierig gemacht. In diesem Abschnitt sind auch einige seiner preisgekrönten Kurzgeschichten enthalten.
  • Das Licht der fernen Sterne widmet sich Science-Fiction Geschichten, wie man auch schon vom Titel her vermuten kann. Obwohl ich kein krasser Sci-Fi Fan bin, habe ich sie dennoch genossen, wobei die letzte Geschichte mir am meisten gefallen hat.
Mit Kurzgeschichten ist es immer so eine Sache. Entweder sie überzeugen komplett oder gar nicht und wieso sie überzeugen ist sehr subjektiv. Obwohl mir die Schreibweise meistens zugesagt hat und ich seinen Stil an einigen Stellen ausmachen konnte (Stichwort: Detailverliebtheit!), habe ich mich durch einige Geschichten durchbeißen müssen. Das kann man zwar billigen, da einige Geschichten vom Anfang seiner Karriere stammen, aber dass da der Lesespaß stockt, ist einfach eine Tatsache.

Besonders gut hat mir Einsicht in die Entwicklung des Autors gefallen. Genau, ich habe das noch im Absatz zuvor kritisiert, allerdings ist dieses Buch so: Es bietet Raum für Diskussionen und Relativierungen.

Bewertung: Ich denke, dass das Buch für Fans von George R. R. Martin genau das Richtige ist. Das bedeutet aber nicht, dass jeder, der gerne fantastische Kurzgeschichten liest oder sich an welche heranwagen will, am Rand stehen und zuschauen muss. Auch für Schreibinteressierte kann das Buch sehr interessant und an einigen Stellen sogar erleuchtend sein. ♥♥♥♥ Herzchen für ein sehr interessantes Buch.


Autorin: George R.R. Martin, 1948 in Bayonne/New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte Hugo Award verliehen. Danach arbeitete er in der Produktion von Fernsehserien, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone", ehe er 1996 mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy-Literatur zurückkehrte: Sein mehrteiliges Epos "Das Lied von Eis und Feuer" wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R.R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexico. (Quelle)


Vielen Dank an den Heyne-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!
 

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