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Dienstag, 31. Mai 2022

[Hörbuchrezension] Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson

                              Die Schatzinsel

„Ich habe schon eine Reihe anderer Bücher angefangen, aber an keines habe ich mich je mit mehr Behagen gesetzt. Das ist nicht verwunderlich, denn verbotene Früchte schmecken bekanntlich besonders süß. Hier berühre ich einen schmerzlichen Punkt. Ohne Zweifel gehörte der Papagei einst Robinson Crusoe, ohne Zweifel wurde das Skelett von Poe überliefert. Das stört mich aber wenig ...“ So beschreibt Robert Louis Stevenson die Entstehungsgeschichte seines berühmtesten Romans, die in diesem Hörspielereignis Teil des Ganzen ist: brillant inszeniert, authentisch orchestriert und grandios gesprochen. Da entstehen die "Schatzinsel"-Bilder von ganz allein im Kopf. (Quelle)

Die Schatzinsel | Robert Louis Stevenson | Sprecher*innen: Ulrich Noethen, Ulrich Pleitgen, Udo Wachtveitl | Spieldauer: 3h 59 min | Hörspiel | Anbieter: Der Hörverlag | ♥♥♥♥♥

Sonntag, 10. Juli 2016

[Minirezension] Macbeth: Ein Epos



Macbeth: Ein Epos Drei seltsame Gestalten ziehen durch das Dickicht des schottischen Hochlands - die Hexen sind auf der Suche nach Macbeth und Banquo. Sie wollen Duncans Kronvasallen eine folgenschwere Prophezeiung überbringen: Auf Macbeth warte die Krone, aber nur Banquo werde einen königlichen Nachkommen zeugen. 
Die beiden Freunde versuchen, die Prophezeiung abzutun, bis Macbeths schöne Frau Skena ihrem Gemahl einflüstert, dass er - und nur er allein - ein Anrecht auf den Thron habe. Die letzten Zweifel verschwinden, als König Duncan Burg Inverness besucht und entgegen der schottischen Sitte verkündet, er werde seinen Sohn Malcolm zum Thronfolger ernennen. Angestachelt von seiner Frau Skena und enttäuscht über die Machtgier Duncans schleicht sich Macbeth in das Schlafgemach des Königs. Den Dolch fest in der Hand, nimmt die Tragödie ihren Lauf... (Klappentext)

Samstag, 4. Juni 2016

[Kurzrezension] Eine Studie in Scharlachrot

Eine Studie in Scharlachrot 
In the debut of literature's most famous sleuth, a dead man is discovered in a bloodstained room in Brixton. The only clues are a wedding ring, a gold watch, a pocket edition of Boccaccio's Decameron, and a word scrawled in blood on the wall. With this investigation begins the partnership of Sherlock Holmes and Dr. Watson. Their search for the murderer uncovers a story of love and revenge-and heralds a franchise of detective mysteries starring the formidable Holmes (Quelle). 


Eine Studie in Scharlachrot | Arthur Conan Doyle | Crime, Klassiker | Insel Verlag | ISBN: 9783458350132  | Taschenbuch, 189 Seiten | ♥♥♥ Herzchen | Weitere Informationen 

Freitag, 27. November 2015

[Buchgedanken] Der Prozess von Franz Kafka, eine Leseanleitung

865260Mit Der Prozess schuf Franz Kafka ein Jahrhundertwerk, das die Existenzbedingungen des Individuums auf inhaltlich und formal bahnbrechende Weise radikal neu formulierte. Die große Parabel über das Scheitern des Josef K. vor Gericht und Gesetz veranschaulicht das ausweglose Dasein des Einzelnen im Labyrinth einer anonymen Welt, die sich jeder Sinnsetzung entzieht.

Das Werk kann man bei vielen Open Source Anbietern umsonst lesen. Ich habe die kostenlose Version von Amazon runtergeladen, aber wenn ihr keinen eReader besitzt, lege ich euch Projekt Gutenberg ans Herz, falls ihr es nicht bereits kennt.

Meine Meinung: Euch wird auffallen, dass ich nicht über das Buch selbst sprechen werde. Natürlich könnte ich hier eine literarische Analyse meinerseits ausführen, aber das will ich nicht. Das musste ich oft genug im Studium und in der Schule machen (und habe es ernsthaft genossen). Es gibt genügend Interpretationen und Textstudien zu Kafka, ich möchte nur begründen, wieso er es wert ist, dass man ihm eine Chance gibt.

Wer hat Angst vor Kafka? Die Antwort lautet, so ziemlich die meisten Schüler und "Hobby"leser. Dass man als Schüler keine Lust auf Schullektüre hat, weil Lesen als Pflicht angesehen wird und man zum Teil ganze Werke zerhackt und zu Tode intepretiert, verstehe ich. Auch dass man als Hobbyleser, als eine Person, die unterhalten werden möchte und die vielleicht nicht alles mehrfach lesen möchte oder über das Gelesene zu lange nachdenken möchte, verstehe ich.

 „Richtiges Auffassen einer Sache und Mißverstehn der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus.“ (Der Prozess)

Das erste Mal kam ich in Berührung mit Kafkas Werk, eine Parabel, als ich in der achten Klasse war. Die kurze Geschichte hat mich verstört. Irgendwie verstand ich sie nicht und darin barg sie ihren Reiz. Wieso verstand ich sie nicht? Was konnte ich daran nicht greifen? Mein Deutschlehrer meinte: "Um Kafka verstehen zu können, sollte jeder Satz zehnmal gelesen werden." (übrigens handelte es sich um die Türsteher-Parabel, wirklich empfehlenswert)

Zum einen muss man Kafka nicht verstehen. Ich lehne die strikte Intepretation eines Werkes grundlegend ab. Natürlich findet der subjektive Leser Motive und andere auffallende literarische Mittel, die der Autor bewusst oder unbewusst in das Geschehen hineingeflochten hat. Eine Analyse von Werken und eine kritische Diskussion ziehe ich einem "lasst und alles interpretieren, yippie-yeah" vor. Dass man das leider an manchen Schulen immer noch macht, finde ich echt schade, da so großartige Bücher ihren Reiz für Schüler verlieren.

Wie also Kafka lesen? Ganz einfach, indem man das Buch einfach nimmt, ohne voreingenommen zu sein, ohne alles zu ernst zu nehmen und loszulegen. Wusstet ihr, dass Kafka selbst, als er aus seinen Werken vorlas, mehrmals laut auflachte? Das ist eine ziemlich gute Lehre für Leser und Autoren: Nehmt nicht alles so ernst!

Wenn der Leser irgendwelche Lehren, Messages oder sonst was aus dem Buch ziehen kann (ja, auch ich meine, dass ich eine Art Sinn dahinter verstanden habe), dann ist das sehr schön für ihn. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Nur weil man das Gefühl hat, ein Buch nicht zu verstehen, heißt es nicht, dass man doof ist. Ich kenne viele sehr intelligente Leute, die Kafka auf den Tod nicht ausstehen können und die seine Lektüre mit Frust gleichsetzen. Das ist okay, jeder hat einen anderen Geschmack.

Für mich ist Kafka ein großartiger Autor. Bisher habe ich immer nur seine kürzeren Werke gelesen und sie immer genossen. Er schreibt magisch, karg, treffend, minimalistisch und trifft den Leser am Ende seiner Geschichten mitten ins Gesicht. Mit der Faust. Oft, wenn nicht die ganze Zeit über, fühlt man sich in einem Stadium zwischen (Alb-)Traum und Realität gefangen. Er schreibt undurchsichtig, egal wie lang oder kurz seine Texte auch sind, es ist immer eine Reise, deren Ende ungewiss ist.

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? […] Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“ (Brief an Oskar Pollak, 27.01.1904) (Quelle)

Autor: Franz Kafka (German pronunciation: [ˈfʀants ˈkafka]) was one of the major fiction writers of the 20th century. He was born to a middle-class German-speaking Jewish family in Prague, Bohemia (presently the Czech Republic), Austria–Hungary. His unique body of writing—much of which is incomplete and which was mainly published posthumously—is considered to be among the most influential in Western literature. (Quelle)

Dienstag, 4. März 2014

[Special] Othello von William Shakespeare


Vorbemerkung (könnt ihr auch gerne überfliegen ;) :
Ich habe gestern Abend angefangen Othello zu lesen, weil ich langsam mal ein Ergebnis bezüglich der Rory-Gilmore-Reading-Challenge erreichen wollte. Und da ich ein kleiner Shakespeare Fan bin, seit ich die Verfilmung von Romeo und Julia mit Leonardo DiCaprio gesehen habe (da war ich 10), dachte ich, dass dieses Stück ein guter Start wäre. Als kostenloses e-Book habe ich zwar Othello auch auf deutsch gefunden, aber meine Güte, die Übersetzung ist GROTTENSCHLECHT. Also habe ich schnell zur englischen Version gewechselt. Ich weiß nicht ob es an meinen Englischkenntnissen liegt (was eigentlich nicht sein kann, da ich ziemlich gut in englisch bin) oder an der altertümlichen Sprache Shakespears, jedoch hat es eine Weile gedauert, bis ich in der Handlung war.
Als ich dann in der Handlung war, gab es kein Zurück mehr. Ich wurde mitgerissen, geschockt, belehrt und unterhaltet!
Aber jetzt geht es zur eigentlichen "Rezension", obwohl das keine wirkliche Rezension sein wird. Denn solche Meisterwerke kann man nur schlecht rezensieren ...

Achtung, es wird gespoilert!

Inhalt:
In diesem Stück geht es um den Feldherren Othello, der dunkelhäutig ist und in Venedig lebt. Ohne das Wissen ihres Vaters hat die begehrte Desdemona Othello geheiratet, beide sind trotz der vielen gesellschaftlichen Vorurteile sehr glücklich und verliebt. Jago, im Orginal Iago, ist auf Othello sauer und sinnt auf Rache, da Othello nicht Iago sondern Cassio befördert hat. Um seine Rache zu bekommen hat der gerissene Iago einen schrecklichen Plan, mit dem er nicht nur das Glück von Othello und Desdemona zerstören könnte, sondern auch Cassio aus dem Weg räumen möchte.

Meine Meinung: 
Wie es nun einmal üblich ist in Stücken, werden auch hier zuerst die vielen Charaktere, ihre Verbindungen zueinander und das Setting erklärt.
Das Stück gehört zur Gattung Tragödie, wurde 1603 verfasst und wurde 1604 in Whitehall uraufgeführt.
Die fünf Akte kann man in drei Teile aufteilen: das Vorspiel (Akt 1); der Hauptteil (Akte 2 bis 4); das Nachspiel (Akt 5).

Die Haupthandlung ist an eine Novelle angelehnt, die der Italiener Giraldo Cinthio 1565 verfasst hat.
Anders als Giraldo Cinthio, aus dessen Novelle die Moral hervorgeht, dass Frauen an ihrem Unglück selber Schuld sind, wenn sie sich ausländern/ Männern hingeben, die einer anderen "Rasse" zugehören, liegt bei Shakespeare der Schwerpunkt an einer anderen Stelle.
Bei ihm geht es um Vorurteile gegenüber anderen, die einer anderen Kultur angehören und die aus einem anderen Land stammen. Es geht darum, dass auch ein edler, kluger und herzensguter Mensch wie Othello durch Intrigen und Verleumdungen zu einem irrationalen Menschen gemacht werden kann. Shakespeare zeigt wie schnell sich die Persönlcihkeit durch einschneidende Erlebnisse ändern kann.

Diese Charakterwandlung von Othello ist dermaßen gut dargestellt, dass man sie von Szene zu Szene beobachten kann, bis Othello irgendwann nur noch eine verzerrtes Spiegelbild seiner selbst ist. Er zerstört das was er am meisten liebt, seine Ehefrau Desdemona. Als ihm das was er getan hat klar wird und er aufgeklärt wird, dass Desdemona ihn nicht betrogen hat und dass sie ihm die Wahrheit gesagt hat, fällt er vollends auseinander.
So bezeichnet er sich selber: "That's he that was Othello - here I am." 
                                                 Hier steht, der einst Othello war; hier bin ich. (5.2.287) 
An dieser Stelle hatte ich Gänsehaut, der emotionalste Moment im ganzen Stück meiner Meinung nach.

Ich glaube, dass selten ein Schurke so gerissen und redegewandt ist, wie Iago. Er weiß immer was er zu sagen hat, um sein Gegenüber zu überzeugen und zu manipulieren. Während des Stückes konnte ich nicht anders, als ihn für seine Inteligenz zu bewundern. Er ist der Puppetmaster und alle anderen Figuren sind seine Marionetten, die nach seiner Pfeife tanzen...

Desdemona ist ein sehr kindlicher Charakter, der lieber ihren Gatten anfleht ihr nichts anzutun, als sich aktiv zu wehren. Sie ist so von sich selbst überzeugt, dass ihre Liebe zu Othello ihm die Augen öffnen kann, dass sie sich beinahe schon ihrem Schicksal einfach nur hingibt.
In einem normalen Buch würde mich die Passivität des Charakters an den Rand des Wahnsinns treiben, aber hier verstehe ich, weshalb Shakespeare sie so handeln lässt. Damit der Zuschauer / Leser eine Lehre daraus zieht und natürlich auch um Othellos Zerstörung zu vollziehen. 

In der Kürze liegt die Würze: 
In diesem Stück geht es um Liebe, Eifersucht, Neid und die menschlichen Abgründe.
Ein belehrendes Stück, ohne belehrend wollen zu sein. Sehr viele Phrasen, die wir im alltäglichen Leben benutzten, wurden bereits vor vierhundert Jahren von Shakespeare genutzt. Jeder, der die Sprache und ihre Entwircklung liebt, wird aus diesem Stück sehr viel für sich selbst herausziehen können.


Bewertung: 
Leider sind Probleme wie Rassismuss, Neid, Eifersucht, Ehrenmord oder der "Mord aus Liebe", sehr aktuell und werden es wohl auch immer sein. Es ist also kein Wunder, dass dieses Stück an seiner Beliebtheit nichts verloren hat. Einen Klassiker und Meister wie Shakespeare einer war, kann man nicht bewerten. Wenn ihr dieses Stück lesen wollt, was ich jedem nahelege, könnt ihr es hier auf deutsch lesen. Es ist eine viel bessere Übersetzung, als die die ich hatte. Jedem der sicher ind er englischen Sprache ist, würde ich das Orginal empfehlen. Einige Zitaten sind hohe literarische Kunst, die man nur im Orginalen genießen kann.

Übrigens finde ich die Verfilmung sehr gelungen, man kann sie sich auf YouTube kostenlos ansehen. Am besten auf englisch ;)

Dienstag, 31. Dezember 2013

[Buchrezension] Jane Eyre von Charlotte Brontë



Titel: Jane Eyre
Originaltitel: Jane Eyre. An Autobiography
Autoren: Charlotte Brontë Genre: Gesellschaftsroman, Liebesgeschichte, Mystery, Gothik
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31235-8
Taschenbuch: 704 Seiten 

Erster Satz: 
Es war ganz unmöglich, an diesem Tag einen Spaziergang zu machen.

Das Auge isst mit: 
Das Cover des Taschenbuchs ist in wunderschönen Violett- und Blautönen gehalten. Die Farben erinnern mich an märchenhafte englische Hügellandschaften und irgendwie assoziiere ich mit den Farben Jane. In meiner Vorstellung ist sie eine ruhige, stille Person und die auf ihre eigene Art sehr schön ist.
Was ich schade finde, ist der gerillte Buchrücken. Taschenbücher haben das so an sich, das weiß ich. Jedoch war ich beim Lesen wirklich vorsichtig und dafür sind die Rillen einfach too much.

Inhalt: 
Es geht um die Waise Jane Eyre, die bei der Frau ihrers verstorbenen Onkels und ihren Cousinen und ihrem Cousin wohnt. Obwohl ihre Tante ihrem Mann versprach, auf Jane so gut aufzupassen wie auf ihre eigenen Kinder, duldet sie es, dass ihr Sohn Jane schlägt und auch sie ist Jane gegenüber sehr unfair. Es kommt wie es kommen muss und die kleine temperamentvolle Jane schlägt zurück und die Situation eskaliert. Jane wird auf das Internat Lowood geschickt, wo der Mr. Brocklehurstmit eiserner Faust regiert. Die Kinder bekommen nicht genug zu essen, werden daher oft krank und liebevoll werden sie auch nicht behandelt. 
Dennoch findet Jane Freundinnen, die sie leider auf verschiedene Weisen "verliert", sie entschließt sich eine Annonce in die Zeitung zu geben, da sie als Gouvernante arbeiten möchte. 
Eine Mrs. Fairfax meldet sich bei ihr und Jane wird auf Thornfield Halleingeladen. Dort soll sie ein französisches Mädchen mit dem Namen Adele unterrichten. 
Dort angekommen, kann sie sich sehr schnell einleben. Jane versteht sich mit der alten Hauswirtschaftlerin Mrs. Fairfax und mit ihrem Schützling sehr gut, sie hat sogar noch Zeit ihrem Hobby (das Zeichen) nachzugehen. 
Eines Tages hat sie einen Zusammenstoß mit einem Fremden, der wegen ihr (so sagt er jedenfalls) vom Pferd fällt, sie hilft ihm und später stellt es sich heraus, dass der barsche Fremde ihr neuer Hausherr Mr. Rochester ist. 
Jane und Mr. Rochester haben schnell riesigen Respekt voreinander, nach einigen mysteriösen Begebenheiten, ist sich Jane klar: Sie ist in ihren Arbeitgeber verliebt. 
Zu dierser Zeit war es mehr als verpönt, dass sich die Gesellschaftlichenklassen miteinander vermischen, daher ist sich Jane bewusst, dass sie ihre Gefühle für sich behalten muss. Außerdem scheint Mr. Rochester Interesse an der hübschen, aber auch sehr gemeinen Ms. Ingram zu haben. 
Für Jane ist ihre Liebe also aussichtslos, doch Mr. Rochester gesteht ihr, dass er sie, Jane, liebt und dass er sie mit Ms. Ingram nur eifersüchtig machen wollte. 
Trotz aller Gesellschaftlichenordnungen entschließen sie sich zu heiraten. Was Jane nicht weiß, ist dass Mr. Rochester ein dunkles, atmendes und sehr gefährliches Geheimnis hat, atmend im wahrsten Sinne des Wortes ;)
Am Tag der Hochzeit, genauer gesagt am Altar, wird dieses Geheimnis gelüftet...

Wie es weitergeht, das wird nicht verraten ;) 

Meine Meinung: 
Vorweg: Jane Eyre ist aus dem Jahre 1847, das bedeutet, dass das Buch auch dementsprechend geschrieben ist. Und das bedeutet, dass alles immer sehr ausführlich beschrieben wird, wodurch der Roman langatmig wird und man sich erst mal in diese Schreibweise eingewöhnen muss. 
Damals hatte man keine Fernseher und man wollte sich eben alles bis ins kleinste Detail vorstellen, außerdem hat man anders gesprochen. Was wir heute als "um den heißen Brei herum reden" bezeichnen, war damals so üblich ;) 
Bevor ihr also mit dem Buch anfängt und euch dann wundert, lieber mal in eine Leseprobe hineinschnuppern.

Das Buch ist aus der Sicht der persönlichen Erzählers geschrieben, also aus Janes. Wir begleiten sie mehrere Jahre durch ihr Leben, wodurch wir ihre Entscheidungen sehr gut nachvollziehen können. 
Was mir an Jane gefällt, ist dass sie intelligent ist (sie lernt gerne und viel), sie ist unabhängig, gewitzt und für mich am wichtigsten: Sie steht für sich selbst ein.
Gerade die letzte Eigenschaft ist für mich ausschlaggebend. Viel zu viele Protagonistinnen lassen alles mit sich machen, sie akzeptieren ihre Schicksale und sind eher passiv. 
Obwohl alles liebenswürdige von Jane immer wieder weggenommen wird, weiß sie, dass sie es besser verdient und gibt nicht auf. 

Im Großen und Ganzen konnte ich Mr. Rochester kaum ausstehen. Anfangs war er der barsche, zynische und vom Leben gekennzeichnete reiche Typ. Während seiner Jugend war er sehr sprunghaft, hatte viel mit Frauen, ist viel herumgekommen. Er sagt selbst, dass er immer auf der Suche nach einer Seelenverwandten war und er sich deshalb mit den unmöglichsten Frauen umgeben hat. 
In Jane sieht er diese Seelenverwandte. In ihr findet er den Hauch der Jugend, die Naivität und alles Gute, nach dem er sich sehnt. Und dennoch reagiert er so unglaublich egoistisch und kinsch. 
Er hat ein Geheimnis, wie gesagt und lebt ganz nach dem Motto: Wenn ich so tue, als gäbe es dieses Etwas nicht, ist es auch nicht da. Er fällt Entscheidungen, die auch die liebe Jane betreffen, von denen sie nichts weiß. Diese Entscheidungen sind sogar illegal, aber der Rochester meint YOLO, schließlich hat die Jane ja keine Familie, die sie beleidigen / erzürnen könnte... 
Wenn man jemanden wirklich liebt, dann achtet man ihn, aber er schreibt ihr diese Selbstachtung in dieser Hinsicht ab. 
Später im Verlauf der Geschichte wird er liebenswürdiger, doch darüber kann ich nicht viel verraten, ohne etwas von der Handlung zu spoilern.

In der Kürze liegt die Würze: 
Viele Menschen denken, dass Jane Eyre eine Liebesgeschichte ist. Das ist nur bedingt so. Denn es geht auch um so viele andere Themen: die Gesellschaftlichemoral, die so unglaublich einengend war; die Rolle der Frau in der Gesellschaft; und ja, es geht auch um Freundschaft, Liebe, Religion und um den Prozess der Selbstfindung. 

Bewertung:
Obwohl das Buch wirklich gut war, fehlt mir das gewisse Etwas. Ich glaube nicht, dass ich es erneut lesen werde, obwohl Jane Eyre mich größtenteils unterhalten und sogar ein Stück gebildet hat.
Aufgrund von Mr. Rochester und der "Liebesgeschichte" zwischen ihm und Jane, muss ich leider einen Punkt abziehen, da dieser Aspekt mich anfangs nicht überzeugen konnte.
Janes Abenteuer sind dennoch sehr unterhaltsam und spannend und der rote Faden der Handlung war immer allgegenwärtig, daher sind es sehr gute  Herzchen für das Buch Jane Eyre von Charlotte Brontë.

 

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