Montag, 7. November 2016

[Rezension] Mitte der Welt

Mitte der Welt Eine Frau ist in Istanbul auf der Suche nach der Mitte der Welt. Was sie findet, sind Geschichten von Künstlern und Schriftstellern, von Gemüsehändlern und Antiquitätenverkäufern, von einem Gefängnisarzt, der Ulysses liest. Und vom Geliebten, der die Geliebte Granatapfelblüte nennt – und zum Ende hin fragt: Wirst du später einmal, wenn du über Istanbul schreibst, auch über uns und unsere Liebe schreiben? Und auch von jener Übersetzerin, die weiß: Wer über andere schreibt, sagt am meisten über sich selbst! (Quelle)


Mitte der Welt – Erkundungen in Istanbul | Ursula Priess | Einzelband | Reiselektüre, Autobiographisch, Contemporary | btb | Taschenbuch, Broschur, 224 Seiten | ♥♥ | ISBN: 978-442-74500-5 | Weitere Informationen


Meine Meinung: Das Buch ist eine Sammlung von Eindrücken, welche von der Autorin während ihres Aufenthalts in Istanbul gesammelt wurden. Sie teilt ihre Erlebnisse, die sie zum Wundern, Lachen oder Nachdenken bringen mit dem Leser. Manchmal haben diese Erlebnisse nichts mit Istanbul und den Menschen, die dort leben zu tun und manchmal ist es so, dass der Zauber Istanbuls die Erlebnisse überscheint und sie dadurch zu etwas Besonderem macht. Wer eine Handlung sucht, wird nicht fündig werden, daher sollte dies bei der Lektüre des Buches klar sein.

Da ich in Istanbul viele Jahre gelebt habe und immer noch oft dort bin, um Familie und Freunde zu besuchen, bin ich etwas streng mit dem Buch gewesen. Die Autorin versucht die Stadt zu ehren und das Unfassbare von Istanbul einzufangen, die sie mit ihrer Leserschaft teilen möchte. Leider funktioniert das nicht immer. An einigen Stellen dichtet sie in die türkische Sprache und Kultur etwas hinein, was nicht zutrifft. Das ist zum Teil sicherlich nicht vermeidbar, da sie persönliche Empfindungen mitteilt, die natürlich immer subjektiv sind und die von jedem Menschen anders gefühlt und bewertet werden. Dennoch fehlt mir die Reflexion ihrer Gedanken und es stört mich, dass sie einige Dinge als in Stein gemeißelte Fakten darstellt.

Um das Gefühl von Istanbul zu vermitteln benutzt Ursula Priess oft eine blumige Sprache, die wohl poetisch wirken soll und angelehnt an die melonchonischen türkischen Autoren ist. An einigen Stellen schafft sie das, aber meistens ist es mir zu viel des Guten gewesen, da sie sich oft in Beschreibungen verzettelt, was widerum den Lesefluss stört.

Meine Bewertung: Von diesem Buch habe ich ganz klar mehr erwartet und war wohl auch strenger, als eine Person, die keine persönliche Bindung zu der Stadt und Kultur Istanbuls hat. Leider wurde ich enttäuscht, aber wer keine allzu hohen Erwartungen hat, könnte das Buch mehr genießen als ich.

Ich bedanke mich für die großzüge Bereitstellung des Rezensionsexemplares bei dem Verlag!
 
btb

Die Autorin: Ursula Priess, geboren 1943 in Zürich, Studium der Literaturwissenschaft. 1966 Wegzug aus der Schweiz, Ausbildung und Arbeit als Heilpädagogin in Schweden, Schottland, Süd- und Norddeutschland. Mitgründerin verschiedener Initiativen (u.a. heilpädagogische Schule in Kiel, sozial-therapeutische Lebens- & Werkgemeinschaft in Lahore/Pakistan). Mutter von vier Kindern. Mehrere Reisen in Europa, Indien und Pakistan, und in die Türkei, wo sie sich längere Zeit niederließ. Heute lebt sie in Norddeutschland und in Berlin. (Quelle)

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