Dienstag, 25. November 2014

[Buchrezension] Bis zum letzten Tropfen von Mindi McGinnis


Bis zum letzten Tropfen (Not a Drop to Drink, #1)Titel: Bis zum letzten Tropfen
Originaltitel:
Not a Drop to Drink
Autorin:
Mindi McGinnis
Genre:
YA, Dystopie, Endzeit
Verlag: Heyne Verlag
ISBN: 9783453268975
Gebunden: 320 Seiten

Klappentext: Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.

Erster Satz: Lynn war neun, als sie das erste Mal tötete, um den Weiher zu verteidigen.

Eye-Candy: Das Motiv passt perfekt, denn ein großes Thema ist der Weiher, bzw. das Wasser. Bei der englischen Version finde ich die Farben viel interessanter, da dieser Farbverlauf das Cover viel aussagekräftiger erscheinen lässt.

Inhalt: In einer Welt, in der das Trinkwasser sehr knapp ist, töten Menschen, um zu überleben. Lynn und ihre Mutter müssen ihren Weiher beschützen, koste es was es wolle. Dass es etwas Wichtigeres als ein sicheres Leben geben könnte, das wird Lynn erst klar, als ihre Mutter schwer verletzt wird und sie auf sich allein gestellt ist.

Meine Meinung: Eine Thematik, die uns auch blühen könnte, wenn wir nicht vorsichtiger mit unserer Umwelt umgehen. Daher möchte ich mit dem Setting anfangen, das eine typische Endzeit skizziert. Die Menschen sind auf ihr Überleben aus und gehen dabei sprichwörtlich über Leichen und betreiben Handel mit einigen sehr unorthodoxen "Dingen". Hier muss ich kritisieren, dass zu viel Gewicht auf diesen speziellen Handel gelegt worden ist, wobei er nicht nur eine Randerscheinung war. Viel lieber hätte ich es gehabt, wenn die Autorin gesagt hätte, wieso es zu dieser Wasserknappheit gekommen ist. Ab und zu gab es einige Erklärungsansätze, die haben mir allerdings nicht gereicht. Mehr Hintergrundinformation hätte eine realistischere Atmosphäre geschaffen, als gewollt schockierende Szenen.

Das Buch wird aus der persönlichen Perspektive erzählt. Wir begleiten Lynn durch ihr Leben und versuchen mit ihr zu überleben. 
Obwohl Lynn ein sympathischer Charakter ist, wird durch die Erzählperspektive eine Grenze zwischen ihr und den Leser gezogen. Dadurch wirkt sie zum Teil abgekühlt und der Zugang zu ihr fällt teilweise schwer. Ihre Gefühle sind manchmal sehr oberflächlich und als Leser muss man sich damit genügen, dass das was sie tut, eben so ist, weil es so ist. Mir hat dieses in ihre Haut "schlüpfen" gefehlt, um richtig mit ihr mitzuleiden oder mitzufiebern.

Es ist schwer über die Charaktere zu schreiben, ohne etwas von der Handlung wegzunehmen. Die Handlung ist zwar spannend, jedoch ist es keine typische Dystopie-Spannung. Es gibt keine ständigen Hetzjagden oder irgendwelche Verschwörungen. 
Wichtig ist, dass die Nebencharaktere so ziemlich einige Klischees erfüllen, was aber nichts Schlechtes ist, da die Autorin sie gut umgesetzt hat. Klingt wirr, ist aber so und beim Lesen bemerkt man auch schnell, was ich meine. Durch flotte Sprüche und Herzlichkeit machen die Charaktere die Klischees auch wie im Nu wett, man muss sich nur auf sie einlassen.

Eine Liebesgeschichte ist vorhanden, sie findet aber nur sehr am Rande statt. Beinahe zu sehr, für meinen Geschmack. Auch hier hätte ich mir mehr Einsicht in die Gefühle von Lynn gewünscht. Weshalb sie auf den Love Interesst steht, ist mir nicht klar geworden. Klar, er ist süß und niedlich, aber was sie in ihm sieht, das verstehe ich einfach nicht.

Was die Antagonisten angeht: Jeder ist ein potenzieller Antagonist. Leider hat der ultimative Bösewicht, für mich null Anreiz gehabt. Die Auflösung der "bösen" Kraft war mir schon relativ früh klar, da die Autorin versteckt Informationen ausstreut, die ein geübter Leser sofort durchschaut. Somit wird leider viel Spannung verschenkt, schade.

Mindi McGinnis schreibt erstaunlich klar und dennoch bildlich und spannend. Sie verzichtet vollkommen auf Beschreibungen, die das Aussehen eines Charakters dem Leser näher bringen sollen. Haar-, Augenfarbe oder sonstige Attribute werden verschwiegen. Das mag ich überhaupt nicht, obwohl ich auch nicht das Aussehen 1:1 beschrieben haben möchte. Einige Anhaltspunkte wären einfach nett gewesen.

In der Kürze liegt die Würze: Einige Thriller-Elemente; nicht sehr viel Action, aber dennoch spannend; keine richtige Identifikation mit Charakteren; vorhersehbare Wendungen für geübte Leser; flotte Sprüche; trockener Humor hier und da

Bewertung: Trotz meinen Kritikpunkten ist das Buch sehr lesenswert und verdient somit ♥♥♥♥ Herzchen. Am Ende passiert so noch so einiges, wodurch ich auf der letzten Seite etwas überrumpelt war. Sicherlich bin ich nicht die Einzige, die eine Fortsetzung verlangt, wobei das Buch auch als Einzelband gelesen werden kann (wenn man weniger obsessiv ist).

Autorin: Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio. (Quelle)

Mindy McGinnis

© www.amyparrish.com


Reihe: Not a Drop to Drink
  1. Not a Drop to Drink // Bis zum letzten Tropfen
  2. In a Handful of Dust // ??


Not a Drop to Drink In a Handful of Dust (Not a Drop to Drink, #2)


Vielen Dank an den http://www.randomhouse.de/heynefliegt/ Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!

3 Liebe Worte:

  1. Tolle, vielschichtige Rezension, Liebes! ♥
    Und doch, das Buch reizt mich einfach nicht. Dabei finde ich die Thematik gerade wegen ihrem realistischen Hintergrund sehr interessant, aber irgendwie ... Deine Kritikpunkte, auch wenn sie letztendlich deine Lesefreude nicht getrübt haben, lassen mich vermuten, dass sie mich eher stören würden. Jedenfalls schätze ich, dass ich einfach mal auf mein Gefühl höre (das hatte nicht ganz so selten Recht ^^) und es nicht lesen werde. ;)
    Dennoch, wundervoll beschrieben. *-*

    Ich wünsche dir noch eine schöne, allmählich weihnachtliche Woche! ♥♥

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  2. Mir ging es auch so, dass alles nicht Gold war, das glänzt aber insgesamt war es dann doch eher positiv. Obwohl es an sich eigentlich nicht lange ist, war mir die ein oder andere Stelle dann doch zu langatmig und man hatte das Gefühl, der Plot bewege sich wenig vorwärts. Und zum Setting an sich und dem "Warum" hätte wegen mir gern mehr kommen können. Aber vor allem das Ende hatte es dann in sich und hatte mich zufrieden zurückgelassen.

    Sehr schöne Rezi!

    Liebe Grüße,
    Tina

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  3. Kann deine Meinung nur unterstützen ♥
    Schöne Rezi und liebe Grüße
    Nasti ♥

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