Montag, 17. November 2014

[Buchrezension] Gated – Die letzten 12 Tage von Amy Christine Parker


ImageTitel: Gated – Die letzten 12 Tage
Originaltitel:
Gated
Autorin:
Amy Chritine Parker
Genre: YA; Contemporary
Verlag: DTV
ISBN: 9783423760980
Gebunden: 336 Seiten


Klappentext: Bis vor Kurzem glaubte die siebzehnjährige Lyla, die Gemeinschaft von Mandrodage Meadows, in der sie mit ihrer Familie lebt, bewahre sie vor dem Bösen in der Welt und dem bevorstehenden Weltuntergang. Dann trifft sie Cody, einen Jungen von außerhalb, und stellt fest, dass sie in Wahrheit in einem perfiden Unterdrückungssystem gefangen ist. Doch Lylas Versuch, gegen Pioneer, den ebenso charismatischen wie gefährlichen Führer der Gemeinschaft, zu rebellieren, führt zum Kampf – und beinahe in die Katastrophe …

Erster Satz: „Diesmal schießt du, um zu töten, okay?”

Eye-Candy: Das Cover ist nicht sehr passend zur Geschichte, allerdings sind die Farben und das Motiv ansprechend. Es erinnert mich etwas an das Cover von "Die 5. Welle", weshalb ich mit dem Buch eine Dystopie assoziierte, obwohl es keine Dystopie ist.

Inhalt: Es ist keine Dystopie, so viel verrate ich euch. Wenn ich mehr über den Inhalt sagen würde, wüsstet ihr sofort, welche Wendung und welchen Ausgang das Buch haben wird. Daher also pssst.

Meine Meinung: Es hat wirklich eine Weile gedauert, bis ich mir ganz sicher war, dass das Buch keine Dystopie ist. Dabei steht nirgends auf dem Buch, dass das Buch eine Dystopie sei. Wie gesagt, das Cover erinnerte mich so sehr an die fünfte Welle, dass in meinem Hirn lauter "Dystopie"-Lämpchen geblinkt haben. Aber das war wohl mein persönliches Problem (wobei einige Leserundenteilnehmer auch diese Assoziation hatten).

Der Einstieg in die Geschichte ist ziemlich langatmig, was daran liegt, dass die Protagonistin als eine perfekte Person dargestellt wird. Um dies zu verdeutlichen: Nicht nur ist Lyla wunderschön und weiß das selber nicht, nein, sie ist auch das sanftmütigste Wesen auf der Welt. Natürlich ist man super sanftmütig, wenn familiäre Schicksalsschläge einen treffen und man ein Leben lang gesagt bekommt, dass man Familie und Freunde notfalls mit Gewalt schützen muss. Man ist dann so sanftmütig, dass man noch nicht einmal auf STROHpuppen schießen kann, die nur die Silhouette von Menschen haben. Dafür riskiert man dann auch, dass Freunde und man selber brutal bestraft werden könnten.

Dazu kam dann der Instalove, der so Insta war, dass ich mir erst einmal Instantnudeln machen musste (vielleicht hatte ich auch Hunger). Der Loveinteresst ist so ein guter, perfekter Typ, dass ich beinahe eingeschlafen bin.

Ebenfalls sind die Freunde ziemliche Klischees. Die hübsche, hohle BF. Der Kindheitsfreund, der in die Prota verliebt ist und der auch sehr gut aussieht und total nett ist, aber die Prota ist sich unsicher und dann noch ein paar andere Gestalten, die man allesamt schon mindestens ein paar Mal in YA Büchern getroffen hat.

Das Setting ist eine kleine Siedlung, die für den Untergang der Welt gewappnet ist. Irgendwie haben diese 15 Familien geschafft aus dem Nichts eine Hightech-Mini-Welt zu erschaffen, ohne dass irgendjemand das mitbekommen hat. Inklusive Pferdekoppel, Obstgärten und Untergrundversteck mit einem Batzen an Schießwaffen.
In dieser Schein-Heilewelt habe ich gleich mehrere Punkte auszusetzen. Von der Finanzierung, über die Führung und das Zusammenleben, bis hin zu medizinischer Versorgung könnte ich aufzählen, wieso ein solches Leben nicht einfach so möglich sein kann.

Der Twist und der Bösewicht der Geschichte sind ebenfalls von Anfang an klar und sorgen kaum für Überraschungen. 

Was mir aber sehr gut gefallen hat, war der persönliche Horror, den die Autorin wirklich sehr gut umsetzt. So schafft sie es dann auch, dass die Protagonistin irgendwann einem nicht mehr ganz so unausstehlich erscheint und die Handlung an Fahrt aufnimmt.

In der Kürze liegt die Würze: Schwache Umsetzung einer guten Idee; Logikfehler; flache Charaktere; kein Witz und kein Charme, durch das ganze Buch hindurch; Action gegen Ende hin

Bewertung: Das Buch hat Höhepunkte, die ich nicht leugnen will. Wenn man einige Augen zudrückt und nicht so penibel auf Gesellschaftsstrukturen und Klischees achtet, kann man es sicherlich sehr gut genießen. Von mir kritische ♥♥♥ Herzchen mit Luft nach oben, da wohl ein zweiter Band erscheinen soll, der es hoffentlich besser macht.


Autorin: Amy Christine Parker machte in Lakeland, Florida, ihren Abschluss als Grundschullehrerin und versuchte sich dann in vielen verschiedenen Jobs, bevor sie erkannte, was sie wirklich will: Bücher schreiben. Heute arbeitet sie als hauptberufliche Autorin und wohnt mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und einer unbeschreiblich fetten Katze in der Nähe von Tampa, Florida. (Quelle)


Vielen Dank an den DTV Verlag und an Lovelybooks, für die großzügige Bereitstellung des  Rezensionsexemplares und für die nette Leserunde!


Reihe: Gated
  1. Gated // Gated – Die letzten 12 Tage
  2. Astray //

Gated (Gated, #1) Astray (Gated, #2)
 Image

7 Liebe Worte:

  1. hey :)
    für ein Jugendbuch war es ganz okay ausgearbeitet, habe vielleicht auch nicht so viel erwartet, und die Klischees fallen mir jetzt erst so im Nachhinein auf :D
    Liebe Grüße, Miri von a thousend in one

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  2. Ohhh eine Rezi von meiner liebsten Carly! (an dieser Stelle sei erwähnt, dass ich dich und deine Beiträge schon etwas vermisst habe die letzten Tage :D ;))

    Interessant zu lesen, deine Kritik. Und obwohl meine Rezi viel positiver ausgefallen ist kann ich die von dir genannten Punkte nachvollziehen. Da wären wir wieder bei dem Thema wie kritisch man bei Buchbesprechungen ist...ich denke, dass ich oft viel zu "oberflächlich" bewerte und zu wenig hinterfrage...würde ich im nächsten Jahr bzw. eigentlich ab sofort gerne ändern.

    Liebste Grüße und fühl dich gedrückt <3

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  3. Finde es immer wieder toll, dass man so unterschiedlicher Meinung sein kann. Das macht den Reiz aus! :-)

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  4. Oje, das hört sich überhaupt nicht nach einem Buch für mich an. Es ist echt schade, dass gerade Bücher mit einer tollen Idee dann in ihrer Umsetzung eher enttäuschen. Und genau die Punkte, die du aufzählst (flache Charaktere, Logiklücken etc.) sind es dann immer die mich auf die Palme bringen. Danke dir für deine aufschlussreiche Rezi!

    Liebe Grüße,
    Tina

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  5. Hallo liebe Carly,

    ich muss sagen, ich war auch bis zu dem Lesen deiner tollen Rezension der festen Überzeugung, es handle sich um eine Dystopie - also nicht nur dein Problem. Und yep, es erinnert an "Die fünfte Welle". ;)
    Das es immer so viele Schubladenmenschen geben muss .... Wo sind denn bloß die Individuen hin .....

    Mit anderen Worten: Nope, dieses Buch brauche ich nicht lesen. Auch nicht schlimm. Die Welt ist voll von tollen Büchern. *o*

    Ganz liebe Grüße ♥♥

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  6. Dickes Lob an dich und deinen tollen Blog :)
    Er ist auf meinem Handy ein Schnellzugriff-Lesezeichen!

    Ganz liebe Grüße
    Sandra

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  7. Huhu liebe Carly :)

    Einen richtig toll gestalteten Blog hast du! Ich finde dein Hintergrundbild hat etwas, besonders die knalligen Farben! Auch deinen Header finde ich richtig klasse *--*
    Es passt einfach alles super zusammen :)
    Da bin ich natürlich gleich Leserin geworden :)

    Übrigens eine sehr schöne Rezension! :)
    Das Buch hört sich nicht schlecht an, werde ich mir mal vormerken :D

    Liebste Grüße,
    Nenya

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