Montag, 29. Februar 2016

[Buchrezension] Talon – Drachenzeit von Julie Kagawa

Talon - DrachenzeitStrand, Meer, Partys – einen herrlichen Sommer lang darf Ember Hill das Leben eines ganz gewöhnlichen kalifornischen Mädchens leben! Danach muss sie in die strenge Welt des Talon-Ordens zurückkehren – und kämpfen. Denn Ember verbirgt ein unglaubliches Geheimnis: Sie ist ein Drache in Menschengestalt, auserwählt, um gegen die Todfeinde der Drachen, die Krieger des Geheimordens St. Georg, zu kämpfen.
Garret ist einer jener Krieger, und er hat Ember sofort als Gefahr erkannt. Doch je näher er ihr kommt, umso mehr entflammt er für das ebenso schöne wie mutige Mädchen. Und plötzlich stellt er alles, was er je über Drachen gelernt hat, infrage … (Klappentext)

Talon – Drachenzeit | Julie Kagawa | YA, Fantasy | Heyne fliegt | ISBN: 978-3-453-26970-5 | Kindle Edition, 560 Seiten

Meine Meinung: Immer wieder versuche ich es mit Julie Kagawas Büchern. Und sie begeistert und enttäuscht mich immer wieder. Ihre Ideen sind immer gut, sie sind zwar nicht einzigartig, aber gut umgesetzt. Sie schreibt wundervoll flüssig, sodass ihre Bücher einfach verschlingen werden können. Allerdings verzettelt sie sich auch oft in gängige Klischees, so leider auch hier. 

Die Protagonistin in Talon fällt dadurch auf, dass sie zu perfekt ist. Sie hat keine Schwächen, ist total hübsch und intelligent (aber nicht wirklich). Sie ist ein Drache in Menschengestalt und ist ziemlich behütet aufgewachsen. Losgelassen auf die Menschenwelt, soll sie ihre Mission erfüllen und genießt dadurch das normale Leben eines Teenagers. Genau hier liegt das Problem. Ich erwarte nicht, dass die Protagonistin kick-ass ist, sie muss nicht jeden mit ihrem Feueratem verbrennen oder sonst irgendwelche coolen Tricks auf Lager haben. Allerdings erwarte ich etwas mehr Tiefe von einer Protagonistin.

Dann ist da noch der Protagonist, alias das Love Interest, alias Instalove. Er ist der dunkle, geheimnisvolle, super heiße Typ, der für niemanden Augen hat, bis er die Protagonistin trifft. Dann ist es plötzlich Liebe. Dazu kommt dann noch sein perfekter Charakter. Langweilig, wenn ihr mich fragt. Dann ist da noch ein Liebesdreieck. Mehr sage ich nicht dazu.

Das Buch wird aus mehreren Perspektiven geschrieben, hauptsächlich von den beiden Protagonisten. Einige dieser Perspektiven fand ich unnötig, mehr kann ich leider nicht dazu sagen, ohne zu spoilern. 

Ich habe mich sehr auf diese Welt voller Drachen gefreut. Drachen-Kultur, Drachen-Politik und so weiter. Leider findet kaum ein Worldbuilding statt. Hier und da tauchen einige erklärende Sätze zu Drachen auf, aber so richtig wird der Leser kaum in die Welt eingeführt.

Dem Buch fehlt es ganz klar an Spannung. Der Plot, so wenig er vorhanden sein mag, ist durchsichtig und vorhersehbar. Am Ende versucht die Autorin das Tempo der Handlung anzuziehen, was ihr auch teilweise gelingt, allerdings fiel es mir sehr schwer, bis dahin das Buch nicht aus der Hand zu legen. Sehr oft war ich davor, einige Kapitel zu überfliegen, nur durch die flüssige Schreibweise habe ich es doch gelassen. 

Bewertung: Weiter werde ich diese Reihe nicht verfolgen. Vielleicht wird das Worldbuilding im nächsten Buch besser, jedoch sollte ein gut ausgebautes Setting im ersten Band eine Voraussetzung sein. Im Großen und Ganzen ein eher durchschnittliches Buch, das eher für Romantasy Fans geeignet ist, die auch mit wenig Spannung klarkommen. Aufgrund der Kritikpunkte aufgerundete ♥♥♥ Herzchen.

Vielen Dank an Verlag, für die großzügige Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Autorin: Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten – nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky.(Quelle Text)

7 Liebe Worte:

  1. Miep. Eigentlich mag ich Julia Kagawa. Über die Klischees in "Plötzlich Fee" habe ich noch wohlwollend hinweggesehen (merke: diese Bücher habe ich vor meiner Bloggerzeit gelesen xD) und "Unsterblich" habe ich geliebt. Das war sogar relativ wenig klischeehaft. Und unglaublich witzig. Und düster. Und cool. However. (Warum gibt es dafür eigentlich keinen deutschen Ausdruck? o.O Oder gibt es einen und ich komm nicht drauf ...?)
    Aber ich bin mittlerweile echt unschlüssig, ob ich "Talon" lesen soll. Kritikpunkte wie Parallelen zu "Firelight", Liebesdreieck !! und Klischees schrecken mich wirklich ab, dabei klingt die Idee an sich gar nicht so schlecht und ich mag Kagawas Schreibstil. *seufz*

    Jedenfalls hast du das mal wieder sehr schön begründet!

    Ich wünsche dir eine schöne Woche! ♥♥♥

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    1. Danke sehr, Liebes :-*
      Bücher, die ich vor meiner Bloggerzeit gelesen habe, habe ich auch anders gelesen. Daher verstehe ich, was du meinst :)
      However -> Wie auch immer / Was auch immer. Ist halt länger auf Deutsch ^^
      Vielleicht gibst du dem Buch eine Chance. Ich war bei den anderen Reihen der Autorin ja auch sehr picky.

      Wunderschöne Woche wünsche auch dir ♥♥♥

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    2. *hustFindingSkyhust* Das Schöne ist ja, man wird sie auch weiterhin meist mögen. xD
      Hm, ich dachte eher an etwas kurzes, prägnantes. "Wie auch immer" klingt so ... unüblich. :D (Aber dumm, dass ich da nicht drauf gekommen bin. Verzeih mir. Mein Gehirn läuft zurzeit auf Sparflamme. ^^)
      Hmm, mal sehen. :x
      Hast du "Unsterblich"/ "Blood of Eden" eigentlich gelesen? ^^

      ♥♥♥

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    3. Da gibt es doch nichts zu verzeihen, ich bitte dich :D Ich wollte letztens Pastille sagen und hab stattdessen Palette gesagt ^^ -> "Paletten zum Lutschen", wurde dann daraus.
      Nö, habe ich nicht. Empfehlenswert?

      ♥♥♥

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    4. Auch cool. :'''D Was mich an meinen Klassiker erinnert ... in dr fünften Klasse habe ich zu "Mentor" "Monitor" gesagt. xD
      Aus meiner Sicht definitiv. Wundervoller schwarzer Humor, besonders im zweiten Teil. ♥ Die Liebesgeschichte ist der einzige Schwachpunkt, ansonsten tolle, starke, eigenständige Kick-Ass-Prota mit einer wundervollen Ironie, düsteres, apokalyptisches Setting, Vampire, die auch wirklich Monster sind und ein schöner Gut-Böse-Konflikt mit viiel Tiefe, fern von jeglicher Schwarz-Weiß-Malerei. *-*

      ♥♥♥

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  2. Schön nachvollziehbar deine Rezension! Ich habe "Talon" noch als ungelesenes Ebook, als es das sehr günstig gab. Aber ich glaube, ich werde es nicht mehr lesen. Ich habe vollkommen das Interesse verloren. Was du über die Hauptfigur schreibst, dann Instalove und Liebesdreieck, ähm nein doch nicht. Dabei fand ich ihre "Plötzlich Fee" Bücher richtig gut. Die waren auch nicht frei von Klischees, aber sehr unterhaltsam.

    Liebe Grüße
    Tina

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    1. Danke sehr :)
      Die "Plötzlich Fee" Bücher waren auch schon ziemlich problematisch für mich ^^ Irgendwie komme ich nicht mit Klischees klar.

      Alles Liebe
      Carly

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