Sonntag, 26. April 2015

[Buchrezension] Der große Trip von Cheryl Strayed


http://ecx.images-amazon.com/images/I/51TksGVu%2B%2BL._SY344_BO1,204,203,200_.jpg„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Und so trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: die mehr als tausend Meilen des Pacific Crest Trail zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur „Brücke der Götter“ im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie „Monster“ nennt. Diese Reise führt Cheryl Strayed bis an ihre Grenzen und darüber hinaus ...


Der große Trip | Cheryl Strayed | Biographie | Goldmann | ISBN: 978-3-442-15812-6 | Taschenbuch, 448 Seiten



Erster Satz: Die Bäume waren groß, aber ich war größer, denn ich stand auf einem steilen Berghang in Nordkalifornien.

Meine Meinung: Dieses Buch ist kein Reisebericht. Es ist eine Geschichte, in der eine Frau sich von ihren Problemen unterkriegen lässt, von ihnen wegläuft, alles verliert und zu sich selbst findet. Es ist eine Geschichte, die einem klar macht, dass egal wie schlimm es aussieht, es immer schlimmer geht, bis es endlich wieder aufwärts geht. Ein Buch, das einem Mut und Hoffnung macht. 

Cheryl Strayed stößt zufällig auf den Pacific Crest Trail und plötzlich weiß sie, dass sie diese Wanderung machen möchte, die 1.700 km umfasst. Ohne großes Wissen macht sie sich allein auf die Reise, durch Wüsten, verschneite Berglandschaften und Wälder. 

Während des Wanderns führen Cheryls Gedanken den Leser immer weiter in ihre Psyche hinein. Als Leser bleiben einem dennoch einige Gedankengänge verborgen. Man versteht nicht immer, was die Erzählerin meint und wieso sie so handelt, wie sie es tut. Obwohl mir Cheryls Gedanken sehr gut gefallen haben, wurden sie mir manchmal zu viel. Wenn sie sich in kleinere Details hineinsteigert, zum Beispiel oder eher unnötige Rückblenden einführt. Durch viele Rückblenden wird man über die vorherigen Geschehnisse unterrichtet, wodurch diese Teilweise Unwissenheit etwas aufgewogen wurde. Leider werden einige Erlebnisse immer wieder wiederholt erwähnt, die man zwar kurz nennen könnte, aber auf die langen Beschreibungen verzichten könnte. Bei anderen Erlebnissen hätte ich gerne mehr Einsicht gehabt, wobei es bei einem Biographie ähnlichen Werk man kaum erwarten darf, dass der Autor seine tiefsten Geheimnisse mit dem Leser teilt.
Allerdings ist es sehr toll, dass sie ihre Gedanken immer reflektiert. Sie ist sich bewusst, dass sie sich verändert und dass diese Reise sie verändert.

Ihre Umgebung kann man sich als Leser sehr gut vorstellen, doch auch hier schweift sie gerne und oft aus. Sodass man als ungeduldiger Leser der Versuchung widerstehen muss, diese Passagen nicht zu überspringen.

Mit der wunderbar flüssigen Schreibweise kann man ein Augen wegen der Langatmigkeit zudrücken. Auf verschnörkelte Metaphern und pseudo-Tiefgang wird verzichtet.

Bewertung: Viele werden Cheryls Handlungen nicht verstehen. Sie handelt sehr oft aus einer Schwäche heraus, sie vermasselt sich ihr Leben und viele Leser werden damit nicht klar kommen können. Auch mich haben einige Dinge ziemlich genervt, um ehrlich zu sein. Oft musste ich mich beherrschen, um nicht wütend zu werden und der Autorin zuzurufen, dass sie sich zusammenreißen soll. Was man aber nicht vergessen darf: Jeder Mensch ist anders und wir haben alle eine subjektive Wahrnehmung. Daher sollte man nicht über andere Urteilen. Ein ziemlich interessantes Buch, das nicht immer den Spagat zwischen Reisebericht/Memoir/Selbstfindung und Egotrip schafft. Dennoch mit einer tollen Message und lesenswert, daher ♥♥♥,♥ Herzchen.


Autorin: Cheryl Strayed, geboren 1968, veröffentlichte nach ihrem Studium der Literatur neben einem Roman zahlreiche Beiträge in der New York Times, Washington Post, Vogue und anderen Medien. Ihre regelmäßige Internet-Kolumne mit dem Titel »Dear Sugar« machte sie zur nationalen Berühmtheit. »Der große Trip« avancierte zu einem beispiellosen Bestseller in den USA und wurde in über 20 Länder verkauft. Cheryl Strayed lebt mit ihrem Mann, dem Filmemacher Brian Lindstrom, und ihren beiden Kindern in Portland, Oregon. (Quelle)

Cheryl Strayed


© Joni Kabana

Vielen Dank an den Goldmann-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!


3 Liebe Worte:

  1. Mich spricht das Buch nicht wirklich an, aber schön, dass es dir wenigstens so ein bisschen gefallen hat :)
    Liebst, Emme ♥

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  2. Hey Liebes =)

    Ich habe das Buch auch auf meiner Wunschliste bin mir da aber absolut unsicher. Gerade weil sie alleine durch die Gegend reist habe ich Angst vor endlosen Monologen ... sowas macht mich wahnsinnig xD
    Ich denke ich werde es nicht so bald lesen ... vielleicht auch gar nicht ^^
    Eine tolle Rezension und ich freue mich das es dir gut gefallen hat =)
    Ich wünsche dir einen bezaubernden Sonntag mein Herz :-*

    LG Sunny <3
    *drück dich*

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  3. Huhu ^^

    Eine sehr schöne Rezi. Ich hab vor dem Film noch nie was von dem Buch gehört, aber nachdem ich den Trailer gesehen hab, hab ich richtig Lust auf das Buch bekommen. Es klingt wirklich richtig gut :D

    Ganz liebe Grüße
    Maddie ♥

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