Donnerstag, 2. Januar 2014

[Buchrezension] Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green


Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Originaltitel: The Fault In Our Stars
Autoren: John Green
Genre: Krebsbuch (nein, da Krebsbücher doof sind), Jugendbuch
Verlag: Hanser
ISBN: 978-3-446-24009-4
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Erster Satz:
Im Winter meines siebzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder das selbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Ueit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken. 

Das Auge isst mit: 
Das Cover ist sehr gut gewählt. Ich bin froh, dass keine Personen abgebildet sind, sondern ein Nachthimmel mit vielen kleinen Sternen auf blauem, ins Dunkle übergenden Hintergrund, über einer Skyline. Die Skyline scheint für mich von zwei verschiedenen Städten zu sein, die zusammengeführt worden sind, das ist sehr interessant und schon vor dem Lesen frage ich mich schon, was es wohl damit auf sich hat (während des Lesens wird einem klar, was es damit auf sich hat).
Dass der Verlag Sterne gewählt hat, ist wahrscheinlich eine Anspielung auf den Orginaltitel (die Sterne spielen in Das Schicksal ist ein mieser Verräter allgemein ein immer wiederkehrendes Motiv).


Orginal vs. Übersetzung: 
Der Orginaltitel von Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist einer Zeile aus Shakespeares Drama
Julius Cäsar angelehnt. Dort heißt es: „The fault, dear Brutus, is not in our stars,/But in ourselves, that we are underlings.“
Cassius
Cassius

Cassius, der Kumpel von Brutus, erinnert Brutus daran, dass alle Menschen als Gleichwärtige auf die Welt kommen und dass Cäsar kein Gott ist und man ihn somit davon abhalten kann, sich Rom zu unterwerfen.
Auf einer anderen Ebene kann man dieses Zitat so verstehen, dass das Schicksal nicht die treibende Kraft ist, die den Menschen dazu bringt irgendwelche Entscheidungen oder Handlungen auszuführen. Das Schicksal würde eher das menschliche Befinden / die menschliche Verfassung / die Menschenrechtslage bestimmen. Das wiederum bedeutet, dass wir uns selber Grenzen oder sogar Fesseln anlegen, obwohl es keine Grenzen oder Fesseln gibt.
John Green, der Autor selbst also, sagt hier in diesem Video von den vlogbrothers, wie er auf diesen Titel gekommen ist.
(Übrigens solltet ihr euch den YouTube-Kanal von John Green und seinem Bruder mal ansehen. Super witzig, aufklärend und einfach unterhaltend. Falls ihr dazu noch etwas lernen wollt, könnt ihr euch auch crashcourse von den beiden ansehen.)
Der deutsche Titel ist zwar auch gut, aber meiner Meinung nach nicht so bedeutungsschwer in so vielen verschiedenen Ebenen, wie der Originaltitel. Ich verstehe, dass die Übersetzung der Zeilen ins Deutsche sich wohl eher nicht als Buchtitel eignen, aber dennoch finde ich den englischen Titel einfach besser.
(Auch im Buch wird von einem Charakter auf diesen Satz eingegangen).
Covertechnisch finde ich die deutsche Version besser, da hier die Sterne, die beiden Städte und auch die Farben einfach so viel von vornerein erzählen, ohne dass man auch nur einen Satz gelesen hat.
Dass die deutschen Cover besser sind, als die englischen kommt meiner Meinung nach nicht so oft vor, aber bei Das Schicksal ist ein mieser Verräter, hat der Hanser Verlag alles richtig, wenn nicht sogar besser gemacht.

Inhalt:
Es geht um Hazel Grace, eine Krebskranke, deren Krebs in ihren Lungen sitzt und ihr das Atmen erschwert, manchmal sogar unmöglich macht. Hazel gibt dem Drängeln ihrer Mutter nach und besucht wöchentlich eine Krebsselbsthilfegruppe. Sie selbst hält nichts davon, bis sie eines tages den gutaussehenden und sehr charmanten Augustus Waters kennenlernt, der der beste Kumpel vom Isaac ist. Sofort sind Hazel Grace und Augustus Waters auf der selben Wellenline, jedoch wehrt sich Hazel gegen die Annhäherungsversuche, die Ausustus macht, da sie noch krank ist und er nicht. Sie sieht sich selbst als eine "tickende Zeitbombe" und möchte ihn nicht verletzten, wenn sie sich inneinander verlieben und sie vor ihm stirbt.
Hazels Widerstand zerbröckelt Stück für Stück und endlich kommen sie sich näher, jedoch ist Krebs eine tückische Krankheit und man weiß nie wann sie zuschlägt...

Meine Meinung:
Warnung1: Dieses Rezession könnte sehr emotional und etwas wirr werden. Jedoch bin ich von jeglicher Schuld freigesprochen, da dieses Buch und der Autor mich in diese emotionale Disbalance gebracht haben.
Warnung2: Der falsche Gebrauch des Wortes "buchstäblich" muss so oft wie möglich in dieser Rezession verwendet werden, da es eine Metapher ist. Diese Metapher ist ein Insider, jedem der das Buch gelesen hat oder lesen wird, wird klar, warum ich das tue, was ich tue. 

Vom ersten Satz bis zum letzten Satz haben mich buchstäblich die Geschichte und Charaktere nicht losgelassen.
Die Charaktere sehe ich buchstäblich immer noch vor mir und ich habe das leise Gefühl, dass sie zu den Charakteren gehören, die auch außerhalb ihrer Gesschichte weiterleben, im Herzen der Leser (womit die unendliche Lebensspanne des Lesers angenommen werden würde, was nach Hazel nicht stimmt).

Hazel Grace ist eine meiner neuen Lieblingsprotagonistinnen.
Das Buch ist aus ihrer Perspektive geschrieben und schon vom ersten Satz an, habe ich sie geliebt. Ihre sarkastischen Bemerkungen über ihre Krankheit, ihr Überlebenswillen, wie sie mit ihrer eigenen Situation umgeht...Sie weiß, dass sie höchstwahrscheinlich nicht lange leben wird, dennoch ist sie hoffnungsvoll und gleichzeitig ängstlich, sie liebt ihre Familie, sorgt sich um sie, da sie fürchtet, dass ihre Familie mit ihrem Verlust nicht zurechtkommen wird.
Hazel ist sehr intelligent, sie redet anders als die meisten anderen Teenager, sie ist buchstäblich ein "College-Chick", wie Augustus sie nennt. Dabei wirkt sie nicht besserwisserisch, sondern authentisch.
Übrigens wird viel mit Klammern im Buch gearbeitet, Hazel benutzt sie sehr gerne und ich benutze sie auch sehr gerne (hihi), daher ist sie quasi meine fiktive Seelenschwester.

Augustus Waters (Gus).
Ich muss mich sammeln, bevor ich über ihn schreiben kann.
Er ist nicht perfekt und doch ist er für Hazel perfekt. Die beiden haben ein solches Draht zueinander, dass sie für Ausenstehende verrückt wirken müssen, in der Art wie sie reden, jedocht sehen alle, dass ihre Liebe wirklich ist.
Gus ist ein orgineller Charakter, anfangs wirkt er wie der typische sarkastische, heiße, witzige, Typ.
Jedoch wird dem Leser immer mehr klar, dass er buchstäblich das Herz am rechten Fleck hat (und dass er sich gerne über den falschen Gebrauch von buchstäblich lustig macht).
Er weiß, dass Hazel sich gegen seine Annäherungsversuche wehrt, da sie ihm nicht wehtun möchte, wohlwissend, dass sie ihn nur schützen möchte, da er etwas ähnliches bereits durchgemacht hat...

Auch Isaac und die Familien von Gus und Hazel und alle Nebencharaktere, sie alle sprühen nur von Leben. Es ist unmöglich sie nicht lieb zu gewinnen, es ist unmöglich ihnen nicht beistehen zu wollen, es ist unmöglich nicht mit ihnen zu lachen und zu weinen...

(Am liebsten würde ich euch mein buchstäbliches Herz ausschütten, aber das geht nicht, da ich nicht spoilern möchte.)

John Greens Schreibstil ist unverwechselbar leicht. Er schreibt ohne großes Tarra, mit einfachen Sätzen, die eine große Wirkung auf den Leser haben. Er schafft es auf den wenigen 288 Seiten eine große Liebesgeschichte und ein aufwühlendes Familiendrama zu erzählen. Anfangs habe ich mich gefragt, ob diese 288 Seiten mir reichen werden, ob sie mich zufrieden stellen, ob alle meine Fragen beantwortet werden.
Die Antwort lautet: NEIN WERDEN SIE NICHT und gleichzeit WERDEN SIE DOCH
Das Schicksal ist ein mieser Verräter bringt einen zum Lachen, nur um den Leser in der nächsten Zeile zum Weinen zu bringen (dies wird auch umgekehrt angewandt, also stellt euch auf eine emotionale Achterbahn ein).
Aber da das Leben keine Wunschfabrik ist, wie Hazel und Gus so vortrefflich immer wieder betonen, verstehe ich, wie das Buch enden musste. Ich wusste schon ab der Hälfte des Buches, wie es enden würde, da John Green (übrigens einer meiner Lieblingsautoren, falls das noch nicht klar war) genügend Hinweise verstreut hat, die dem aufmerksamen Leser nicht entgehen.
Und hier fängt mein innerliches Paradoxon an. Ich möchte nicht, dass das Buch so aufhört. Aber genau so und nicht anders muss es aufhören, da es sonst an Authentizität verliert.
(Das gleiche Problem haben auch Gus und Hazel im Buch mit einem anderen Buch, ihr seht: Das Genie des John Greens schlägt zu!)

Ich habe das Buch innerhalb eines tages durchgelesen, sodass ich heute morgen um zehn vor sechs Uhr fertig damit war. Mr. Green, sie rauben mir buchstäblich den Schlaf!

In der Kürze liegt die Würze:
LEST DAS BUCH LEST ES EINFACH WEHRT EUCH NICHT DAGEGEN UND TUT ES!


Bewertung: 
Unnötig zu erwähnen, dass ich keine Bewertungsskala für Das Schicksal ist ein mieser Verräter habe, da es jede Bewertungsskala sprengt, da es einfach zu gut und zu perfekt und zu toll ist für dieses Universum, in dem wir leben.




The answer is always John Green, würde ich sagen. Dieser Mann enttäuscht einen einfach nie mit seinen Büchern.
Aber Pizza geht auch immer, daher verabschiede ich mich mit diesen weisen Worten von euch und schiebe eine Tiefkühlpizza in den Ofen, (um die Lücke in mir zu füllen, die Das Schicksal ist ein mieser Verräter in mir hinterlassen hat).

Freundliche Grüße,
eure Carly.


4 Liebe Worte:

  1. Hey :)

    Danke für deine Freundschaftsanfrage bei goodreads! Ich bin die Lisa von Books & Senses ;)

    Ich dachte mir mal, da schau ich doch gleich mal auf deinem Blog vorbei.

    Eine Sache ist mir da schon aufgefallen: Es heißt "Rezension" und nicht "Rezession" ;)

    Ich werde dann mal ein bisschen stöbern :) ! "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" liebe ich übrigens genau so wie du :D !

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    1. Hey :)

      Ist ja super, dass du genau so Das Schicksal ist ein mieser Verräter liebst :) Ich steigere mich immer etwas da viel zu sehr rein ;)

      Danke für deine Aufmerksamkeit :) Ich weiß nicht warum, aber Rezension ist eines der Wörter, die ich immer wieder falsch schreibe :D

      Dein Blog ist übrigens sehr toll!


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  2. Ich habe gerade durch Zufall deinen Blog entdeckt und das erste was ich immer mache wenn ich gucke, ob ein Blog mir gefällt, ist zu gucken ob und wenn ja wie mein Lieblingsbuch bewertet und rezensiert wurde. Ich schätze ich muss deinem Blog jetzt folgen, weil diese Rezension zu The Fault in our Stars (ich mag den Originaltitel auch lieber) buchstäblich (:D) einfach nur richtig gut ist. Du schaffst es genau das zu beschreiben, was ich auch immer über das Buch denke. Diesen Zwiespalt, ob man das Ende gut finden soll oder nicht und dass das genau das ist, was Hazel und Gus auch durchmachen. Oh ja, John Green ist schon ein ziemliches Genie. Oder wie ich auch gerne sage: John Green ruined my life. So siehst's aus.
    Auf jeden Fall ist diese Rezension wirklich die beste Rezension, die ich bis jetzt zu diesem Buch gelesen habe :)
    Manchmal finde ich es echt unglaublich, dass jemand anderes die gleichen Gedanken zu einem Buch haben kann wie ich selbst... ;)

    Liebe Grüße,
    Kaddel :)

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    1. Das freut mich sehr, dass dir die Rezu gefällt!
      Dieses Buch ist einfach so *hach* ich finde gar keine Wörter um es richtig zu beschreiben, es ist einfach nur *BÄM* so viele Gefühle... ich komme damit nicht klar...
      John Green ist ein Schuft :D Ich liebe ihn, aber ich hasse ihn auch, für das was er mir mir macht. Schon nach "Eine wie Alaska" hat er mein Leben ruiniert. Das Buch ist buchstäblich fast so gut wie The Fault in our Stars ;)
      Oh mein Gott ja! Ist so der Hammer, dass man ein Buch liest und man die selben Gedanken hat! Mit Abstand eines der besten Erfahrungen, die man durch das Lesen machen kann :D

      Herzliche Grüße,
      Carly ♡

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