Freitag, 10. Januar 2014

[Buchrezension] Plötzlich blond von Meg Cabot



Titel: Plötzlich blond
Originaltitel: Airhead 1
Autoren: Meg Cabot
Themen: Liebe, Freundschaft, Familie
Verlag: cbj (26. Januar 2010)
ISBN: 978-3570135341
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten

Erster Satz:
"Emerson Watts?"

Das Auge isst mit:  
Das deutsche Cover finde ich schrecklich. Es sieht einfach nur unpassend aus (was soll das mit dem blonden Mädchen, das über die Schulter schaut? Soll das etwa Nikki sein? Nein, nein, nein).
Da ist mir das amerikanische sehr viel lieber. Das passt nämlich zur Handlung und sieht gut aus (beim deutschen Cover ist dies leider bei beidem nicht der Fall).



Inhalt: 
Es geht um die sechzehn- / siebzehnjährige  Emerson Watts, die von ihren Mitschülern und ihrer jüngeren Schwester als Freak bezeichnet wird. Das hat den Grund, dass sie in die Norm ihrer Gleichaltrigen nicht hinein passt, aber das interessiert sie nicht. Sie spielt viel lieber Fantasy-Rollenspiele mit ihrem besten Freund Christopher (in den sie heimlich verliebt ist), schaut sich Dokumentationen an und Mode hat sie nichts übrig.
Auf Drängen ihrer Mutter hin begleitet sie ihre jüngere Schwester auf ein Event, wo eine Gruppe von Aktivisten randalieren. Um ihre Schwester vor einem herabfallenden Riesenplasmafernseher zu retten, opfert sich Em für sie und stirbt...
... und wacht wieder auf. Jedoch ist sie nicht in ihrem eigenen Körper, sondern in dem des perfekten Supermodels, Nikki Howard. Da das Stark-Unternehmen die kostspielige Hirntransplantation in Nikkis Körper bezahlt hat, muss sie nach deren Pfeife tanzen. Das bedeutet, dass so bald jemand herausfindet, dass Em in Wirklichkeit noch lebt (nur innerhalb von Nikki), Vertragsbruch begangen wäre und Ems Eltern nicht nur einen Haufen Schulden hätten, sondern, dass sie möglicherweise ins Gefängnis müssten.
So bleibt Emerson nichts anderes übrig, als ihre Rolle überzeugend genug zu spielen.
Nur ist das Leben der perfekten Nikki Howard gar nicht so perfekt, wie es den Anschein hat. Außerdem wären da noch die vielen Jungs, die Emerson den Kopf verdrehen.
Ausgerechnet Christoph, Emersons heimlicher Schwarm, kann ihren neu erworbenen Reizen widerstehen...

Meine Meinung: 
Meg Cabot ist so ziemlich die Königin der Jugendbücher für Mädchen. Sie schreibt unbeschreiblich leicht, sodass man sehr schnell mit dem Buch durch ist. Dennoch schreibt sie voller Humor und schafft gleichzeitig wunderbare Bilder in den Kopf des Lesers hinein zu zaubern.

Emerson ist gerne ein Nerd, sie ist stolz darauf eine Feministin zu sein. Sie ist gerne in ihrer Haut, denn auch wenn sie nicht perfekt aussieht und keine anderen Freunde als Christoph hat, reicht ihr das. Em war für mich ein sehr positiver Charakter, ab und zu hatte sie ihre kleinen Fangirl-Momentchen, in denen sie Stars angehimmelt hat und einfach herrlich girly war. Es ist putzig, wie sie auf Christoph steht und ihn nicht vergisst, obwohl sie in Nikkis Körper eigentlich jeden haben könnte. Sie bemüht sich auch zu denjenigen freundlich zu sein, die ihr das Leben als Emerson Watts schwer gemacht haben (obwohl sie sich etwas Gehässigkeit erlaubt, wer würde das nicht?).
Dennoch knutscht sie mit anderen Typen rum (die denken, dass sie mit Nikki rumknutschen). Nikkis Körper reagiert sehr "heftig" auf diese Knutschereien und auch Emerson gefällt es.Lulu, die beste Freundin von Nikki geht sogar so weit, dass sie meint, Nikkis Kopf würde aussetzen, wenn sie jemand küsst. Deshalb verzeiht Lulu ihr auch einiges... In meinen Augen ist das eine ziemlich lahme Ausrede, aber oookay.
Irgendwann gegen Ende des Buches bin ich von Em etwas abgekühlt, da sie viel zu viele Hormonschübe hatte, wodurch ihr Hirn zwischenzeitlich sich mal abgeschalten hat. Das war einfach too much. Aber am Ende fand ich sie wieder sehr sympathisch.

Alle anderen Charaktere im Buch, vorallem Christopher, sind eher nichtssagend. Sie sind halt da, weil die Protagonistin interreagieren muss und sie erfüllen diesen Zweck:
-Die nervige, oberflächliche Schwester, die sich nach Beliebtheit sehnt.
-Der merkwürdige Kumpel, der irgendwie süß ist (rein äußerlich, attraktive innere Werte sind mir bei ihm nicht aufgefallen).
-Die Oberzicke in der Schule (die rumzickt und joa, das war's auch schon).
-Die oberflächliche reiche beste Freundin (die gewollt süß dargestellt wird).
-Diverse Jungs, die alle süß aussehen und sich ab und zu auch süß benehmen, aber dennoch der Abklatsch von Klischees sind.
  Insgesammt kann mal wohl sagen, dass die Charaktere Potential haben, ihnen jedoch die Substanz fehlt, aus einem platten Klischee, eine für den Leser lebendige Person zu machen (so weit man von lebendigen Buchcharakteren sprechen kann ;) ).

Leider sank auch die Spannung sehr rasant. Ich hatte noch so viele Fragen, die alle gar nicht beantwortet worden sind. Wie zum Beispiel: Warum war die echte Nikki ebenfalls auf dem Event, wo sie wie eine Verrückte herumgerannt ist? Wer sind die echten Eltern der Nikki? Allgemein wissen wir als Leser sehr wenig über die echte Nikki (außer, dass sie Magenprobleme hat und gerne herumknutscht). Was ist mit Christopher? Warum hat der Stark-Typ (ein Geschäftsmann) überhaupt Emerson diese Operation bezahlt? Die letzte Frage wurde zwar versucht erklärt zu werden, jedoch hat sie mich nicht zufrieden gestellt...

In der Kürze liegt die Würze: 
Ein unterhaltsames Buch für jeden, der gerne Lust auf eine witzige Heldin hat, die sich in witzige Situationen stürzt. Verliebtheit und Schwärmerei gibt's hier sehr viel, also seid gewarnt, jedoch ist dieses Buch kein Liebesroman.

Bewertung: 
Aufgrund der eher platten Charaktere und der viel zu übereilten Lösung des ersten Bandes und der vielen offenen Fragen, leider nur ♥ ♥ ♥  Herzchen. 
Weiter werde ich auf jeden Fall lesen. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Fragen in den folgenden Büchern besser beantwortet werden.

0 Liebe Worte:

Kommentar veröffentlichen

Schick mir eine virtuelle Brieftaube.

 

Daughter of Ink and Paper Template by Ipietoon Cute Blog Design and Homestay Bukit Gambang