Freitag, 11. April 2014

[Graphic Novel] Antoinette kehrt zurück von Olivia Vieweg

 

Das Graphische:
Schaut euch die Farben an! Und dieses Motiv, welches schon so viel über die Handlung andeutet … wahnsinng toll und innovativ schaut das Cover aus.
Die Zeichnungen sind sehr einfach und in fröhlichen Farben gehalten. Obwohl die Handlung, zu der ich gleich komme, eher düster und deprimierend ist, strahlend die Farben. Helle, leuchtende Farben, die die Atmosphäre auflockern und gleichzeitig auch bedrückender gestalten.
Trotz der cartoonartigen Zeichnungen, haben die Figuren eine tolle Mimik! Gerade durch die Einfachheit und Schnörkellosigkeit haben einige Zeichnungen eine sehr verstörende Wirkung … aber auf eine gute Art und Weise.

Das Inhaltliche: 
Es geht um die junge Frau Antoinette, die in den USA wohnt und in einer erfolgreichen Werbeargentur arbeitet. Sie ist mit einem Hollywood-Schauspieler liiert und zu Hause ist sie eine lokale Berühmtheit. Doch das war nicht immer so, denn Antoinette wurde auf sehr fiese Art und Weise von ihren Schulkameraden gemobbt.
Trotz ihres neuen und besseren Lebens, kann sie mit ihrer Vergangenheit nicht abschließen. Sie beobachtet über eine Webcam aus, ihr altes Heimatdorf. Eines Tages sieht sie ein nacktes, verstörtes Mädchen vorbeihuschen.
Das Mädchen sieht Antoinette erschrend ähnlich und Antoinette weiß, sie muss ein letztes Mal zurück. Nur so kann sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen und sich der Zukunft zuwenden.

Meine Meinung:
Da ich schon einige Graphic Novels gelesen habe, hatte ich keine Schwierigkeiten mit der Erzählmethodik. Ganz im Gegenteil! Mir hat es sehr gut gefallen, wie die Autorin das Problem mit den Rückblenden gelöst hat. Rückblenden können den Leser sehr verwirren, wenn man nicht weiß, was denn nun "jetzt" passiert und was einst passiert ist. Olivia Vieweg macht das so, dass neben dem Jetzt-Bild ein Damals-Bild steht und das Letzterer ist in einer dunkleren Schattierung zu sehen. Außerdem sind da immer noch die erklärenden Gedanken von Antoinette, sodass der Leser nie verwirrt ist.

Mobbing ist eine ernste Angelegenheit. Ich selbst wurde nie gemobbt und ich habe auch nie mitbekommen, dass jemand so krass gemobbt wurde. Gezänkel gibt es in jeder Klasse und auf jeder Schule gibt einen, der aus dem Raster fällt und den andere als merkwürdig deklarieren. Ja, auch auf der Uni und der Arbeit gibt es diese Leute, mit denen der Großteil aus irgendeinem Grund nicht klarkommen kann oder möchte.

Antoinette wird gemobbt, da sie zu dick ist, ihre Mutter hat eine psychische Störung, sie kommt aus einer armen Familie und sie ist klug ohne zu lernen.
Leider sind das ziemlich klischeehafte Gründe (wage ich jetzt einfach zu behaupten, denn ich habe mehrere Bücher gelesen, in denen es um Mobbing geht). Das bedeutet nicht, dass diese Gründe nicht standhaft sind. Mir hat der Punkt mit der kranken Mutter sehr gut gefallen und ich hätte mir gewünscht hier etwas mehr anzusetzten.

Ein Junge, der Anführer der ganzen Clique, setzt Antoinette ganz besonders zu. Als sie wieder zurück ist, erfährt sie, dass dieser Junge (nun Mann) einen Unfall hatte und nun gelähmt in Pflege ist. Es scheint, dass Antoinette ihre Rache bekommen hat und dass Karma dem Fiesling von damals zugesetzt hat, jedoch ist nichts so, wie es scheint …

Mehr kann ich unmöglich verraten, ohne euch den Lesespaß zu vermiesen.

Bewertung:  
Das Buch beginnt schon mit sehr verstörenden Zeichnungen und ich dachte nur so Wow, das wird krass werden! Was ich gut fand, denn Mobbing kann schreckliche Ausmaße annehmen, warum diese also nicht auch mal ungeschminkt darstellen?
Leider hielt das nicht an. Die Qualen, die Antoinette durchmacht, sind extrem. Aber nicht so extrem, dass sie die Charakterentwicklung durchmacht, die sie dann zum Ende hin macht. Ich kann nicht noch ausführlicher meine Kritik begründen, da das ein Spoiler wäre.
Von mir bekommt das Buch ♥ ♥ ♥ Herzchen, da es einige Ungereimheiten gibt und die Charakterentwicklung gegen Ende hin, hat mich so gar nicht überzeugen können.

Fun Fact: Am Ende gibt es noch einen kleinen Bonus, mit einigen Skizzen und einem kleinen Interview mit der Autorin. Einige Aspekte werden hier noch einmal ausführlicher erklärt, für mich war das sehr spannend!

Autorin:
Olivia Vieweg ist 1987 in Jena geboren und verbrachte ihre ersten 10 Jahre glücklich in einem Plattenbau an der Autobahn. Zurzeit studiert sie Visuelle Kommunikation an der Bauhaus Uni in Weimar, neben einigen Publikationen im Mangabereich ("Subway to Sally - Storybook", ehapa + schwarzer turm) orientiert sie auch in Richtung Kinderbuch-Illustration. Ihre Katzenleidenschaft - vor allem für Perserkatzen - rührt daher, dass sie immer mit einer solchen zusammengelebt hat und sich ein Leben ohne Fell-Koloss nicht mehr vorstellen möchte. (Quelle)

Mein Dank gilt an den Verlag und an Lovelybooks. Ich habe mich sehr über das Buch und die spannende Leserunde gefreut. Danke!


Titel: Antoinette kehrt zurück
Autorin: Olivia Vieweg
Verlag: Egmont EHAPA
ISBN: 9783770455003
Flexibler Einband: 96 Seiten

Für weitere Infos hierher klicken

2 Liebe Worte:

  1. Hallo meine Liebe :)
    Erstmal: Ja klar kenn ich "Mama". Ich bin so ein kleiner Horror-Film-Fan, auch wenn ich manchmal ein Kissen brauche. :) Ich fand "Mama" richtig gut. :)
    So zu dem Buch hier. Das Cover macht mich irgendwie kirre. Das kann ich nicht länger als 5 Sekunden anschauen. :) Mich spricht das Buch jetzt nicht so an, aber es scheint nicht schlecht zu sein. Auf jeden Fall eine schöne Rezi, auch wenn du deine Kritik nicht ganz ausführlich begründen konntest! :)

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Hallo meine Liebe :)
      "Mama" war schon krass ^^ Ich bin zwar ein Angsthase, aber bei Horrorfilmen kann und will ich mich nicht zurückhalten. Da spielt auch der tolle Schauspieler mit, der bei Game of Thrones mitspielt. Der Jamie :D
      Leider ist die Spoilergefahr zu groß, die Spannung des Buches baut auf Geheimnissen auf, die nach und nach ergründet werden. Spannend ist es also :)

      Ganz liebe Grüße ♥

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