Freitag, 29. Mai 2015

[Buchrezension] Love Letters to the Dead von Ava Dellaira



Love Letters to the Dead 
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

 
Love Letters to the Dead | Ava Dellaira | YA, Contemporary| CBT | ISBN: 978-3-570-16314-6 | Hardcover, 416 Seiten | Einzelband




Erster Satz: Lieber Kurt Cobain, wir haben gerade Englisch und sollen einen Brief an eine berühmte Persönlichkeit schreiben, die schon verstorben ist.

Meine Meinung: Die Idee es Brief-/Tagebuchromans, in welchem die Protagonistin durch Briefe an verstorbene Berühmtheiten, den Tod einer geliebten Person verarbeitet, finde ich klasse. Das Buch erinnerte mich schon vor dem Lesen an "The Perks of beeing a Wallflower" (dt. Vielleicht lieber Morgen) und spätestens bei der Danksagung der Autorin, wird es klar, dass sie sich von Chbosky mentoren lassen hat. Daher wundert es auch nicht, dass neben der offensichtlichen Ähnlichkeit eines Brief-Trauma-Erwachsenwerden-Romans auch andere Dinge ziemlich gleich sind.

Zum einen ist da die Protagonistin, die unsicher ist, keine Freunde hat und in einer schweren Situation steckt, nicht alleine rauskommt, aber von niemandem verstanden wird. Sie ist merkwürdig und hat Eigenarten, die ich nicht immer nachvollziehen konnte (was ich bei Charlie, dem Protagonist aus Chboskys Roman konnte, da seine Handlungen begründet wurden). Die Protagonistin ist sehr naiv und ihre "Stimme", die den Leser durch das Buch begleitet ist ziemlich oberflächlich. Sie hat all diese Emotionen, allerdings suhlt sie sich förmlich in ihnen und entwickelt sich nur sehr, sehr langsam.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach gehalten, wodurch die Stimme der Prota extrem naiv, wenn nicht sogar unreif wirkt. Manchmal hatte ich das Gefühl das Tagebuch einer 12-Jährigen zu lesen. Sprich: ziemlich viel Bla-bla. Einige ihrer Wünsche und Gedanken sind niedlich und andere ziemlich kindisch (was okay ist, aber nachdem man so etwas zehnmal gelesen hat, verliert man auch die Lust daran), dann wird sie plötzlich total philosophisch und altklug. 
Diese Art des Schreibens hat mich verwirrt und hat mich dem Charakter leider überhaupt nicht näher gebracht.

Die Briefe. Auf die war ich sehr gespannt, da viele der Stars auch einige meiner Lieblinge sind. Ich habe mir nicht erhofft, mehr von den Personen zu erfahren oder so etwas. Allerdings habe ich gehofft, dass die Prota irgendwelche Verbindungen zu den Personen haben würde, die nicht so oberflächlich waren. Ihre Schwester mochte Kurt Cobain, deshalb schreibt sie ihm. Ende. Dann schreibt sie irgendjemanden, den sie "nur" cool findet. Ende.
Da hatte die Folge, dass die Briefidee mich sehr schnell genervt hat. Hier und da waren sie zwar interessant, aber wieso fängt sie plötzlich an, über ihr Loveinteresst zu schwärmen, wenn sie doch eigentlich in tiefster Trauer steckt?

Bewertung: Dem Buch fehlen die wahren Emotionen, um es zusammenzufassen. Es heißt immer, dass die Prota traurig ist und leidet, was sie auch ab und zu in schön gekleidete Phrasen hüllt, aber leider haben diese mich nie erreicht. Das mag daran liegen, dass das Buch sehr viel erzählt und wenig zeigt. Show, don't tell, lautet die alte Schriftstellerweisheit. Manche Leser mögen diese Art des Geschichtenerzählens, sie funktioniert bei mir leider nicht, daher ♥♥♥ Herzchen.


Autorin: Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman. (Quelle)


Vielen Dank an den cbt-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des tollen Rezensionsexemplares!


8 Liebe Worte:

  1. Hm, schade. Ich war mir bei dem Buch relativ unsicher, weil mich die Idee prinzipiell schon reizte, aber nach deiner sehr schönen und begründeten Rezension entscheide ich mich mal dagegen ... es reizt mich einfach nicht. Kindische Prota, schlecht rübergebrachte Emotionen ... da gibt es bessere Bücher.
    Wobei ich das Cover irgendwie schön finde. *-* (NEIN DANA KEIN COVERKAUF)
    Apropos emotioneller Briefroman: Kennst du "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" (Lilly Lindner)?

    Ganz liebe Grüße ♥♥♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Cover ist auch wirklich ein Traum *-* Aber bei Coverkäufen sollte man immer vorsichtig sein :D
      Es gibt doch recht viele Leser, die das Buch ziemlich gut fanden. Die ganzen englischsprachigen Blogger und Vlogger haben das Buch in den Himmel gelobt, daher schaust du dir vielleicht mal die Leseprobe an. Vielleicht gefällt es dir ja doch? :)
      Das Buch habe ich (glaube ich) schon gelesen. Der Inhalt kommt mir doch sehr bekannt vor :D

      Ganz liebe Grüße ♥♥♥

      Löschen
  2. Hallo Carly! :)

    Ich hoffe sehr, dass ich dich noch nicht gefragt habe: Hast du schon vom Bloggernetzwerk gehört? Wenn nicht, dann lass ich dir mal kurz den Link zum Hintergrund des Blogs da:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/an-blogger/
    Ich bin dort jedenfalls seit kurzem Mitglied und würde mich sehr freuen, wenn ich deine Rezension hier zu "Love Letters to the Dead" verlinken dürfte. (Und mit deiner Erlaubnis auch in Zukunft ein paar deiner Rezensionen?)
    Und hier sende ich dir auch einen Beispiellink, wie das Ganze im Endeffekt aussieht:
    https://bloggervernetzt.wordpress.com/2015/04/18/love-letters-to-the-dead-von-ava-dellaira/

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen!
    Ganz lieben Gruß ♥,
    Janine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Janine :)

      Nein, das hast du mich noch nicht gefragt. Die Idee finde ich ziemlich cool und ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich aufnehmen wollen würdet :)

      Alles Liebe ♥

      Löschen
    2. Vielen Dank, dann mache ich mich gleich mal an die Arbeit und schaue mir an, was ich schon alles bei uns verlinken kann.
      Alles Liebe ♥

      Löschen
  3. Huhu Carly,

    vielen lieben Dank für deine hilfreiche und ehrliche Rezension. Das Cover hatte mich besonders beim englischen Original angesprochen. Aber ich habe Jugendbücher komplett ohne Fantasy meistens nicht so gerne. Wenn dann müssen das ganz außergewöhnliche Bücher sein und danach hört sich deine Rezi leider nicht an.

    Dann noch die Briefform, wenn es gut gemacht ist, kann das wirklich klasse sein, aber genauso auch nach hinten losgehen.

    Liebe Grüße,
    Tina

    AntwortenLöschen
  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  5. ....ich habs ja auch auf meiner WuLi und finde es echt doof, das dus net so toll fandest, da ich ja auf deine Meinung n großen Wert lege. *Den Tränen freien Lauf lass und mich hier bei dir ausheul*

    *schluck* Was soll ich nun tun? Von der Wuli schmeiß, es niemals nimmer lesen? Denn wenn bei SO NEM THEMA Emotionen fehlen, was is dann der Sinn dieses Buches? :/

    Es glitzert dein Fan
    ~ Jack

    AntwortenLöschen

Schick mir eine virtuelle Brieftaube.

 

Daughter of Ink and Paper Template by Ipietoon Cute Blog Design and Homestay Bukit Gambang