Donnerstag, 10. März 2016

[Rezension] Was das Meer ihnen vorschlug


Was das Meer ihnen vorschlugAls nichtsnutzige Versager betrachtet der jähzornige, misanthropische Hotelbesitzer seine fast erwachsenen Zwillingssöhne Mario und Javier. Und nachdem sie jahrelang unter ihm gelitten haben, bringen die beiden Brüder dem herrischen Vater ihrerseits lang gewachsene Ablehnung entgegen. Schließlich hat nicht zuletzt dessen schamloses Verhältnis mit einer anderen Frau, aus dem sogar ein weiteres Kind hervorgegangen ist, ihre Mutter krank gemacht – ein offenes Geheimnis in dem kleinen Küstenort. Eines Nachmittags begeben sich Vater und Söhne zum Fischen auf hohe See. (gekürzte Version, Klappentext)

Was das Meer ihnen vorschlug | Tomás González | Aus dem Spanischen von Rainer und Peter Schultze-Kraft | Contemporary, Drama, Einzelband | Mare | ISBN: 978-3-86648-231-9 | Hardcover, 160 Seiten | ♥♥♥ Herzchen | Weitere Informationen 

Als ich dieses Buch angefangen habe, fiel mir zuerst der Schreibstil auf. Er ist sehr flüssig, allerdings auch etwas trocken und zum Teil auch hölzern. Der Autor verzichtet komplett darauf zu "schwafeln" oder auszuufern, wodurch gleichzeitig das Tempo der Handlung angezogen wird und dies der Spannung zu Gute kommt.

Durch die Kulisse, die mir irgendwie farblos und eintönig erscheint, den undurchschaubaren Charakteren und der unterschwelligen Spannung, hat das Buch doch etwas sehr Düsteres. Die Spannung steht zwar nicht an erster Stelle, jedoch ist sie stets vorhanden und steigert sich gegen Ende des Buches. Leider fällt sie auch sehr rasant ab, ohne die Erwartungen des Lesers zu erfüllen. Ich fand, dass die Auflösung des Ganzen sehr unspektakulär vonstatten gegangen ist.

Ziemlich schade finde ich, dass eine gewisse Distanz zu den Charakteren besteht, jedoch trägt dies auch gleichzeitig zur Spannung bei. Die Charaktere bleiben in einem Halbdunklen und zeigen nicht alles von sich, was auch ein dramatisches Element ist. Besonders gut haben mir die verschiedenen Perspektiven gefallen und wenn der Leser dadurch auch in die Köpfe von unscheinbaren Charakteren schlüpfen konnte. Obwohl ich gehofft habe, dass diese verschiedenen Erzählstränge am Ende zusammenlaufen würden, war ich am Ende nicht ganz überzeugt. Sehr schade. 

Bewertung: Durch die etwas karge Schreibweise habe ich nicht wirklich das Setting vor meinem inneren Auge aufleben sehen können. Auch vom allgegenwärtigen Meer habe ich kein besonderes Gefühl vermittelt bekommen. Gerade das liegt höchstwahrscheinlich an der Schreibweise, die zu karg ist und sich von vielen Metaphern oder Ausschmückungen distanziert. Viele Leser mögen das, ich allerdings nicht. Dazu kommt noch, dass die Handlung aufgebauscht wird und zu schnell und zu einfach gelöst wird.

Mein Dank gilt dem Mare Verlag. Vielen Dank für das Rezensionsexemplar! 

Autor: Tomás González, 1950 in Medellín geboren, zählt zu den wichtigsten kolumbianischen Autoren der Gegenwart. Er studierte Philosophie in Bogotá und begann in den 80er-Jahren mit dem Schreiben von Erzählungen, Romanen und Gedichten, von denen viele ins Deutsche übertragen worden sind. Nachdem er 16 Jahre als Übersetzer und Journalist in New York tätig war, lebt er heute wieder in Kolumbien. (Quelle)

0 Liebe Worte:

Kommentar veröffentlichen

Schick mir eine virtuelle Brieftaube.

 

Daughter of Ink and Paper Template by Ipietoon Cute Blog Design and Homestay Bukit Gambang