Dienstag, 24. Juni 2014

[Buchrezension] Du kannst keinem trauen von Robison Wells

 

Klappentext:
Du hast dir ein besseres Leben gewünscht. Nach allem, was passiert ist.
Doch wo du jetzt landest, ist es schlimmer. Schlimmer als je zuvor.

GEFANGEN in einem Internat.
KEIN ENTKOMMEN. NIEMALS. A
ber du bist entschlossen ZU FLIEHEN.
Doch du kannst KEINEM TRAUEN.
Nur dir selbst.

 
Der 18-jährige Benson hat ein Stipendium für ein Elite-Internat ergattert. Doch die Schule ist nicht wie erwartet: Umgeben von Stacheldraht und hohen Mauern, ohne Kontakt zur Außenwelt sind die Schüler dort Gefangene. Es gibt keine Lehrer, aber strikte Regeln, deren Einhaltung durch Kameras überwacht und mit harten Strafen geahndet wird. Die Schüler sind gezwungen, um ihr Überleben an der Schule zu kämpfen. Gegen die Regeln verliebt sich Benson in Jane. Als sie bei einem brutalen Kampf schwer verletzt wird, macht Benson eine grauenvolle Entdeckung …


Erster Satz:
"Das ist aber keine von diesen megaanstrengenden Schulen, oder?", fragte ich Ms Vaughn, als wir durch das schwere Maschendrahttor fuhren.

Eye-Candy: 
Bei der Farbgestaltung ist mir aufgefallen, dass der erste Band im Deutschen rot-schwarz und der zweite blau-weiß ist, im Englischen ist es genau andersherum.
Was die Motive angeht, finde ich die deutsche Version mit der Typografie interessanter und zur Handlung passender.
Auf einen besseren Titel als "Du kannst keinem trauen" kann man wohl nicht kommen. Die englische Version heißt hier "Variant", nicht übersetzen, wenn ihr das Wort nicht kennt. Spoilergefahr!

Inhalt: 
Benson war schon bei vielen Pflegefamilien, dennoch lässt er sich nicht runterkriegen. Er arbeitet hart und schafft es ein Stipendium für ein angesehenes Internat zu ergattern! Das Internat wird sein Tor zu einem besseren Leben sein, dessen ist er sich sicher. Doch kaum ist er auf der Maxfield Academy angekommen, bemerkt er, dass irgendetwas an dieser Schule faul ist. Es gibt keine Lehrer und die Schüler verwalten sich selbst. Einzig die Kameras, die überall angebracht sind, sollen die Jugendlichen bewachen. Dazu kommt, dass die Jugendlichen um ihr Überleben kämpfen müssen … Für Benson steht fest: Er muss abhauen. Dass keiner vor ihm die Flucht gelungen ist, das hält ihn nicht von seinem Vorhaben ab.

Meine Meinung:
Das Buch ist so ziemlich alles, was man sich von einem guten Jugendthriller erhofft. 

Benson ist der Protagonist und Ich-Erzähler des Buches. Obwohl er nicht sehr dreidimensional ausgearbeitet ist, mochte ich ihn. Das liegt daran, dass er keine typische "from zero to hero" Entwicklung durchmacht. Er weiß von Anfang an, was er will und das holt er sich auch. Dabei verlässt er sich nicht auf sein gutes Aussehen, wie so manch ein Protagonist. Noch ist er besonders charmant oder intrigant. Durch seine Entschlossenheit und Selbstständigkeit treibt er die Handlung immer voran. Gegen Ende hin wird er dreidimensionaler, ich hoffe, dass er im nächsten Band noch überzeugender sein wird.

Während in den meisten Jugendthrillern auf extreme Klischees gesetzt wird (siehe Blindwalk: der Coole, der Intelligente, die Schöne usw.), setzt der Autor hier nicht auf komplette Archetypen. Die Jugendlichen haben eine Geschichte, wieso sie auf der Schule sind. Sie sind alle vor irgendetwas weggelaufen, das heißt, dass sie alle eigene Probleme haben. Der Konfliktkessel brodelt gewaltig, bei so vielen Charakteren und die Interaktion zwischen den einzelnen ist sehr interessant zu beobachten.
Toll ist, dass auch die Nebencharaktere eine Entwicklung hinlegen und auf mehr im zweiten Band erhoffen lassen.

Für Leser, die nicht auf Geschwafel stehen, ist das Buch genau richtig. Kaum wird Benson an der Schule von einer Erwachsenen abgeliefert, fängt die Haupthandlung auch an. Die wenigen Nebenstränge, die in diesem Buch existieren verlaufen dezent im Hintergrund und puschen die Spannung immer wieder an, wenn sie zu stocken droht. Eine konstante Spannung ist in jeder Szene vorhanden, es passiert immer etwas. Fragen werden aufgeworfen, Antworten entdeckt und wieder werden Fragen aufgeworfen.  

Das Setting ist das Schulgelände (Schule an sich, mit Schlafräumen, Cantine, Klassenzimmer und angrenzendem Wald und Sportplatz). Langeweile kommt hier nicht auf, denn die Schule birgt viele Geheimnisse, die man nur zu gern mit Benson erkundet. Was da alles herauskommt, das verrate ich nicht, aber stellt euch schon mal auf die eine oder andere Überraschung ein.

Die Geschichte nimmt mehrere ungeahnte Wendungen. Das liegt daran, dass der Autor fieser Weise nur sehr sparsam Indizien versträut, sodass wir wie Benson auch, hereingelegt werden. Als ich dachte, dass jetzt keine Wendung mehr kommen könnte, da das Buch sich dem Ende zuneigt, hat der Autor mich erneut überrascht. Der miese Chliffhanger am Ende hat es in sich, aber keine Sorge, auch wenn ihr den zweiten Band noch nicht parrat habt, die Leseprobe im Buch befriedigt (wenn auch nur minimal) die Neugierde.

Sehr schnell hatte ich die 477 Seiten durch, was an der Spannung und dem Schreibstil liegt. Kurze und keine verschachtelten Sätze, Beschreibungen, die mit Handlung verbunden sind und eine klare Schreibweise. Der Autor verzichtet auf genaue Charakterbeschreibungen, was eine Wohltat in der Jugendliteratur ist. Endlich mal keine ausufernden Metaphern über die Schöhnheit von irgendwelchen Charakteren. Gerade weil er so sparsam mit Beschreibungen umgeht, behält man einige Bilder noch nach dem Lesen im Kopf.

In der Kürze liegt die Würze: 
Keine nervigen, klischeehaften Charaktere; konstante Spannung; überraschende Wendungen; ausgeklügeltes System, das Lust auf mehr macht; Chliffhanger am Ende

Bewertung:  
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Benson als Protagonist mir eine Spur zu blass war. Gerade weil er so viel durchgemacht hat, hätte ich sehr gerne mehr über ihn erfahren. Hoffentlich wird im nächsten Band mehr über ihn erzählt, aber für den Auftakt gibt es  ♥ ♥ ♥ ♥  Herzchen.

Autor:
Robison Wells hat während seines Studiums viel lieber gelesen und geschrieben, als etwas über Finanzwirtschaft zu lernen. Dabei herausgekommen sind diese spannenden Actionthriller. Das Studium hat er dennoch beendet. Robison Wells lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Holladay, Utah. (Quelle)
© Green Hills Photography
Vielen Dank an den Fischer-Verlag, für die großzügige Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Titel: Du kannst keinem trauen
Originaltitel: 
Autor: Robison Wells
Genre: YA Thriller, Sci-fi
Verlag: FISCHER FJB
ISBN: 9783841421401
Taschenbuch: 464 Seiten
Reihe:  Varriant
  1. Varriant / Du kannst keinem trauen
  2. Feedback / Ihr seid nicht allein

Variant (Variant, #1) Feedback (Variant, #2) 
Du kannst keinem trauen (Variant, #1)

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4 Liebe Worte:

  1. Hey Liebes =)
    Ahhhhh was für eine tolle Rezension *.* Ich bin so froh das ich das Buch bereits besitze. Würde es am liebsten sofort lesen aber das muss leider noch ein bisschen warten. Ich hoffe das unsere Meinungen dieses Mal nicht wieder so weit auseinander gehen wie bei der 5. Welle ^^
    LG Sunny <3

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    1. Hallo Liebes :D
      Dieses Mal habe ich das Gefühl, dass dieses Buch ganz nach deinem Geschmack sein wird. Es muss einfach! :)

      Liebe Grüße ♥

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  2. Huhu Carly,
    oh tolle Rezi. Ich werde es demnächst auch auf jeden Fall lesen und wenn es mir genauso gut gefällt, dann vielleicht im August gleich den 2. Teil hinterher.
    Aber ich muss sagen ich finde die Originalcover auch nicht schlecht. Bin ja echt am Überlegen, ob ich mir das deutsche oder englische hole.

    Liebe Grüße, Julia

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    1. Zum Glück erscheint der zweite Band schon so bald, länger könnte ich es kaum aushalten!
      Die Originalcover sind auch sehr interessant :)

      Liebe Grüße

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