Dienstag, 18. März 2014

[Buchrezension] Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater

 

Klappentext:
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann. 
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben. 
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. 
Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel. Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot ...

Erster Satz:
Heute ist der erste November und das bedeutet, heute wird jemand sterben.  


Eye-Candy: 
Ich mag die Idee, die dahinter steckt. Mit den roten Wellen und dem Meeresschaum passt das Cover hervorragend zur Handlung. Was mich irritiert sind diese noppenartigen Dinger, die mich an Tentakeln erinnern … Das Cover mit dem Pferd finde ich jedoch viel schöner! 

Inhalt: 
Die Insel Thisby hat eine ungewöhnliche Tierwelt. Jedes Jahr im November wird die Insel von Wasserpferden, den so genannten Capaill Uisce, heimgesucht. Diese Pferde sind wunderschön, sehr schnell und tödlich. Man kann sie zwar einfangen, jedoch geht das nur selten gut. Auch wenn man sie eingefangen hat, kann man sie nie besitzten, denn die Pferde lechzen nach Blut und sind sehr hinterhältig. So kommt es auch, dass viele Reiter der Capaill von ihnen verstümmelt oder getötet werden. 
Die Waise Puck muss bei den bestialischen Capaill-Reitwettkampf mitmachen, um das beachtliche Preisgeld zu gewinnen. Nur so kann sie sich und ihre Brüder vor der androhenden Armut retten. Jedoch sträubt sich alles in ihr einen Capaill zu reiten, denn diese Pferde haben ihre Eltern umgebracht … Das ist aber das einzige Hindernis, denn die Männer der Insel sehen nur ungern eine Frau mit ihnen mitreiten. Sie lassen nichts unversucht um Puck weitere Steine vor die Füße zu legen. Unverhoffte Hilfe bekommt sie vom stillen Sean, der eigene Gründe hat, weshalb er bei dem Wettkampf mitmachen und gewinnen muss …

Meine Meinung:
Nachdem ich mich durch "Nach dem Sommer" gequält habe und ich "Ruht das Licht" abbrechen musste, weil ich es als extrem langweilig empfunden habe, wollte ich Maggie Stiefvater eine neue Chance geben. 
Keine Ahung, ob das so eine gute Idee war.

Ich bin kein Pferdenarr und die Thematik des Buches hat mich auch nicht wirklich angesprochen. Eigentlich wollte ich nur wissen, weshalb das Buch so gute Bewertungen auf goodreads hat. 
Gesagt, ausgeliehen und zack angefangen es zu lesen. 

Sehr schnell kommt man in die Geschichte, der Lesefluss ist unfassbar gut. Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von Puck (Kate) und Sean erzählt.
Puck ist zwar das mittlere Kind, kümmert sich aber dennoch aufopferungsvoll um ihre beiden Brüder. Sie trägt sehr viel Verantwortung und ist auch schon eine reife und entschlossene Persönlichkeit. Anders als die Mädels in ihrem Alter macht sie sich nichts aus hübschen Klamotten, ihr reicht es, wenn sie mit ihrem Pferd reiten kann.
Eigentlich ist sie eine angenehme Protagonistin. Lieb, nett, entschlossen, intelligent und dennoch handelt sie an einigen Stellen gegen jede Logik. Das ist auch der Grund, weshalb ich nicht mit ihr warm wurde. Sie ist mir zu gut und handelt nicht nachvollziehbar genug! Lasst mich erklären: 
Sie reitet bei diesem Turnier mit, bzw. sie hat es vor. Diese Pferde, die Capaill, sind Bestien. Fast doppelt so groß wie ein normales Pferd, schneller als je ein normales Pferd sein kann, aggressiver und intelligenter. Dennoch will sie mit ihrem relativ kleinem Pferd reiten. Wie hat sie da eine Chance? Diese Frage stellt sie sich gar nicht. Halbherzig schaut sie nach einigen Capaill, aber dann so "Hm. Nö, lieber doch nicht" und will mit ihrem winzigen Pferdchen gegen diese Viecher ankommen. Dabei erwartet sie mit einer lächerlichen Selbstverständlichkeit, dass sie gewinnt! 
Sean ist einige Jare älter als Puck, er hat seinen Vater schon im Kindesalter bei einem Capaill Turnier verloren. Anders als Puck, ist er von den Capaill fasziniert und arbeitet als Capaill-Trainer beim reichsten Mann der Insel. Er hat schon viermal das Rennen gewonnen und auch dieses Jahr möchte er das, denn dann  kann er sich und sein Capaill "freikaufen" und ein eigenes Leben führen. 

Genau so wie bei "Nach dem Sommer" ist die Welt in der die Handlung spielt total gut durchdacht. Alles wird bis ins kleinste Detail erklärt, gezeigt und und und. Das hat die Wirkung, dass der Leser vor Langeweile an einigen Stellen schier umkommt. Ich muss nicht zehnmal irgendetwas über den "Rausch der Geschwindigkeit" und "die unwirkliche Schönheit" der Capaill lesen. Diese Szenen erstrecken sich zum Teil über drei Seiten! Und das immer und immer wieder *gähn* 
Viel lieber hätte ich statt den ganzen Beschreibungen Charaktere in Aktion erlebt. Sean und Puck (vorallem die!) trödeln vor sich hin und die Handlung plätschert munter vor sich hin. 
Schön und gut, Worldbuilding und alles. Schon klar, aber dadurch kann man den Leser nicht bei Laune halten. Ich jedenfalls, brauche Spannung und Action und Handlung! 

Das Love Interesst ist öde. Punkt. 
Die beiden dümpeln umeinander herum, warum? keine Ahnung! und schon sind sie verliebt. 
Ich erwarte ja keine Dreiecksbeziehung, im Gegenteil. Aber eine nachvollziehbare Annäherung wäre ganz nett gewesen. Die Bindung zwischen zwei Charakteren, das macht die Liebesgeschichte erst interessant. Hier waren zwar Ansätze erkennbar, doch das war's dann auch schon. 

Die Spannungskurve in diesem Buch sinkt exponential gegen minus Unendlich.

In der Kürze liegt die Würze: 
Für Fans von langen Beschreibungen und der Mercy-Falls-Trilogie möglicherweise interessant. Wie gesagt, nahezu keine Spannung. Am Ende wird das zwar besser, aber das reißt es auch nicht mehr raus. Im Grunde sind die Protagonisten denen von Mercy-Falls ziemlich ähnlich. Einen Ansatz von Antagonist und Konflikt habe ich zwar entdecken können, doch das war schneller vorbei als das Leben einer Eintagsfliege.

Bewertung:  
Es ist schockierend, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe. Es war langweilig, langatmig und ständig hatte ich ein Deja-vù (in Bezug auf die Charaktere). Dann wurde es zwar etwas besser, aber mit diesem Ende hat es sich wieder alles versaut. An sehr vielen Stellen hat es sich die Autorin  verdammt einfach gemacht. Nur nichts wichtiges zeigen, nichts wichtiges erklären - so lautet die Devise hier. Für mich ist das Buch nichts, kann am Buch selbst oder an mir liegen. I wois es au ed, von mir gibt's  ♥ ♥  Herzchen.

Autorin: 
Maggie Stiefvater, geboren 1981, wurde mit ihrer Nach dem Sommer-Trilogie sowie dem Roman Rot wie das Meer international bekannt und von der Presse für ihre Veröffentlichungen gefeiert.
Der Auftakt ihrer neuen Buchreihe, Wen der Rabe ruft, erhielt in den USA bereits zahlreiche Auszeichnungen. Die New York Times-Bestsellerautorin lebt mit ihrer Familie, zwei überaus nervösen Ziegen und einem viel zu schnellen Auto in den Bergen Virginias. (Quelle)

© Robert Severi
Titel: Rot wie das Meer
Originaltitel: The scorpio races
Autorin: Maggie Stiefvater
Genre: YA Fantasy
Verlag: script5
ISBN-10: 3839001471
ISBN-13: 978-3839001479
Gebunden: 432 Seiten, mit Schutzumschlag
Einzelband

Weitere Informationen bekommt ihr hier

10 Liebe Worte:

  1. Wie schade, dass dir das Buch nicht gefiel...ich persönlich liebe den Schreibstil von Maggie Stiefvater, da ich es einfach immer wieder unglaublich finde, wie genau und mit welchen Worten sie ihre Welten beschreiben kann. Allerdings habe ich auch die Mercy-Falls-Trilogie geliebt. Zumindest den ersten Band, danach ging es mit den Büchern finde ich rapide bergab.
    Ich bin auch kein Pferdenarr und ich fand vielleicht gerade deswegen das Buch so gut, wobei mir die Szenen aus Seans Sicht besser gefallen haben als die aus Pucks, weil bei ihm finde ich einfach immer diese Liebe zu seinem Pferd rüberkam und zu den Pferden allgemein. Ich habe das Buch auch mal einer Freundin die total Pferde-verliebt ist gegeben und die konnte das nicht einmal lesen, weil sie es so bescheuert fand...da können die Meinungen schonmal auseinandergehen...
    Die Liebesgeschichte fand ich auch nicht so pralle, da sie wirklich einfach so dahingeklatscht wirkte, da hat irgendwie die Chemie zwischen den Charakteren gefehlt...alles in allem hat mir das Buch trotzdem irgendwie gefallen und jetzt wo ich so drüber nachdenke fällt mir gar nicht einmal mehr unbedingt ein weshalb, da doch sehr viel dagegen spricht...hm, naja, vielleicht sollte ich es nochmal lesen, ist bei mir auch schon ein bisschen her :D

    Liebe Grüße <3

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    1. Ich mag auch, wie sie schreibt. Sehr poetisch und treffend, aber leider auch sehr ausufernd … Ich meine, muss man wirklich tausendmal etwas immer und immer wieder so dermaßen ausführlich beschreiben? Da schalte ich irgendwann ab und weiß gar nicht mehr, was ich seit zehn Minuten lese.
      Von "Mercy Falls" haben ich mir sehr viel erhofft gehabt, bis zu einem gewissen Punkt fand ich es auch sehr toll. Nur dann hatte ich das Gefühl, dass die Handlung stehen geblieben ist.
      Und diese Protagonisten. Die fand ich so lahm (weiß aber nicht mehr warum).
      Seans Sicht fand ich auch besser, bei ihm ging es wenigstens voran. Und sein Charakter war auch vielschichtig. Leider hat er nicht genügend Zeit, um sich in der Geschichte komplett zu entfalten.

      Ganz liebe Grüße ♥

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  2. :D Hab ich dir eigentlich schon einmal gesagt warum ich deine Rezensionen so liebe? Sie sind ungemein unterhaltsam! So, erstmal das.
    Dann hast du mich wieder darin bestärkt, dieses Buch nicht zu kaufen. Ich hatte es letztens im Warenkorb und war echt kurz davor. Dann habe ich mich wieder gefragt warum ich das eigentlich lesen soll, schließlich hab ich "Nach dem Sommer" und "Wen der Rabe ruft" noch hier stehen.
    "Wen der Rabe ruft" wird ja in den höchsten Tönen gelobt. Aber frage nicht wie! Also... wenn du es nochmal mit der Autorin versuchen möchtest... vielleicht mit dem Buch?^^^
    "Nach dem Sommer" habe ich ab der Mitte nicht weitergelesen und seitdem stehts hier und wartet. Ich habe mir aber fest vorgenommen das Buch noch einmal anzufangen. Ich fand es gar nicht so schlecht, man muss auch mal was ohne große Spannung lesen. So was kann ja auch gut sein, man muss sich nur mit dem Gedanken anfreunden. :)

    Ja was wollte ich eigentlich? Ähm, wie immer eine tolle Rezi, ich werde das Buch nicht lesen! :) Ach und danke, ich hatte einen guten Wochenstart, konnte mich nicht beklagen. :)


    Liebe Grüße ♥
    Katja

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    1. Katja, du bist so eine Liebe ♥ Danke! Deine Rezensionen liebe ich auch immer
      sehr gerne! Das weißt du hoffentlich auch :)

      Ich war sehr kurz davor, mir dieses Buch zu kaufen. Dabei ist es sogar noch gebraucht, so unverschämt teuer. Warum ich es kaufen wollte? Keine Ahnung xD Dabei hat mich die Thematik noch nicht einmal angesprochen.
      Puh, Schwein gehabt, dachte ich nach dem Lesen. "Wen der Rabe ruft" wird dermaßen gelobt, dass ich nur ganz kritisch da ran gehen kann. Zwei einhalb mal wurde ich nun schon von der lieben Maggie enttäuscht. Denn den zweiten Mercy-Falls Teil musste ich nach fünfzig Seiten abbrechen.
      Wenigstens hört sich die Idee hinter "Wen der Rabe ruft" interessant an. Das ist schon mal ein Plus ;)

      Das freut mich zu hören, dass du einen tollen Wochenstart hattest :)

      Ganz liebe Grüße ♥
      Carly

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  3. Hey!
    Also erst einmal: eine wirklich gelungene Rezension (wie immer :D). Ich liebe Maggie Stiefvater und besonders die Mercy Falls Reihe. Es sind halt Bücher der ruhigeren Art. Ich mag sowas gerne ;) Aber dadurch sind sie für viele auch langweilig, das kann ich gut verstehen. Habe Rot wie das Meer noch auf meinem SuB und bin gespannt, ob es an die Mercy Falls Reihe rankommt. Jedenfalls schade, dass du keine Freude daran hattest ;)
    Liebe Grüße,
    Ebru <3

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    1. Vielen Dank, liebe Ebru :)
      Die Bücher sind wirklich sehr ruhig, so ruhig, dass ich hyperaktives Etwas leicht einnicke ;) Bei mir muss es ein Mix aus Ruhe und Erholung und Spannung und Action sein. Wahrscheinlich verlange ich zu viel :D
      Dann bin ich mal auf deine Meinung zu dem Buch gespannt :)

      Liebe Grüße!
      Carly ♥

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  4. Sehr tolle Rezi *grins* =)
    Ich bin kein Fan von der Mercy Falls Reihe. Habe die ersten beiden Bände gelesen (ich habe eine Ewigkeit gebraucht) und ich war na ja nicht begeistert. Den Dritten habe ich angefangen aber auch genauso schnell wieder zur Seite gelegt.
    Seitdem habe ich kein Buch mehr von ihr angefasst. Ich denke einfach nicht das mir andere Werke von ihr gefallen würden. Und nach deiner Rezi fühle ich mich darin bestärkt.
    Aber vom Klappentext her wäre es eh nichts für mich. Ich mache also weiterhin einen Bogen um ihre Bücher.
    LG Sunny

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    1. Dankeschön Sunny :)
      Maggie Stiefvater, talentiert ist sie ja. Aber mit der Umsetzung ihrer Themen, da hapert es ganz gewaltig.
      Respekt, dass du den zweiten Teil gelesen hast! :o Ich konnte mich nicht dazu aufraffen, ohne das Bedürfnis zu spüren, den Protagonisten eine reinzuhauen. Wie lahmarschig kann man nur sein?

      Liebe Grüße
      Carly :)

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  5. Das ist ja interessant. Ich glaube, dass ist die schlechteste Rezension, die ich bisher gelesen habe und deshalb nur umso mehr ein Anreiz, mir das Buch endlich zuzulegen. Ich finde es immer besonders toll, mir eine Meinung von Büchern zu bilden, die man entweder total toll, oder eher aber schlecht fand. Eigentlich mag ich den Schreibstil von Maggie Stiefvater sehr gerne, jetzt bin ich auf jeden Fall mal gespannt... Liebst, Emme ♥

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    1. Genau, am besten eine eigene Meinung bilden. Was mir nicht gefällt, kann für dich immer noch sehr ansprechend sein. Wenn dir ihr Schreibstil gefällt, dann wirst du bestimmt nicht enttäuscht sein :)

      Liebe Grüße
      Carly

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